Manager-Gehälter „fast jenseits von Eden“

Etliche Führungskräfte der deutschen Wirtschaft fordern eine Selbstbeschränkung beim Gehalt. Die Unternehmen sollten endlich selbst Obergrenzen in die Vergütungssysteme einziehen, bevor dies durch den Gesetzgeber geschehe, sagen viele Manager.

Die Diskussion heizte nicht etwa Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an, sondern VW-Chef Martin Winterkorn sorgte für Erstaunen und Verärgerung. Satte 17.471.208 Euro kassierte er im vergangenen Jahr und damit rund das Doppelte dessen, was jeweils Ackermann, Daimler-Chef Dieter Zetsche oder dem obersten Siemens-Manager Peter Löscher als Salär erhielten. Im Mittel bekam ein DAX-Vorstandschef 2011 gut fünf Millionen Euro und damit 400.000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der Industrie und im Dienstleistungsbereich wurde 2011 in Deutschland mit einem Brutto-Gehalt von rund 40.000 Euro entlohnt; die Bundeskanzlerin erhielt gut 208.000 Euro.

Gehälter sollen sich mehr am Erfolg orientieren

In Deutschland gibt es seit 2009 das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Demnach sollen die Gehälter angemessen und nachhaltig ausgerichtet sein. Es fehlen jedoch konkrete Zahlen und Höchstgrenzen bei der Vergütung. Auch im Kodex für gute Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex) gibt es hierzu keine Anhaltspunkte. Es heißt lediglich, dass die Vorstandsbezüge angemessen sein sollen und sich nach persönlicher Leistung, wirtschaftlicher Lage, Erfolg und Aussichten des Unternehmens richten mögen und sich auch an vergleichbaren Firmen orientieren.

Quelle: http://www.derwesten.de/wirtschaft/manager-gehaelter-fast-jenseits-von-eden-id6733322.html

Sie möchten etwas kommentieren?