Ein Starkes Europa ist die beste Medizin

Mut zur Führung, wie es Konrad Adenauer es vormachte

Stephan Werhahn

Stephan Werhahn

Adenauer wurde ein überzeugter Pro-Europäer. Er glaubte, die Teilung Deutschlands und Europas war das Ergebnis der Ost-West-Spannungen, nicht der Grund. Also war der beste Weg, die Teilung zu überwinden, mit Frankreich zusammenzuarbeiten und die Teilung Europas zu  überwinden. Die beste Medizin für eine Erholung und für Wohlstand, Wachstum und Frieden war daher ein starkes Europa, sowohl für Deutschland als auch für den Kontinent.
Im heutigen in vielen Fragen politisch gespaltenen Europa ist es dringend geboten, sich darauf zu besinnen, dass gute und mutige Führung den Unterschied macht:

  • Nutzung von langfristigen Perspektiven, um Probleme zu lösen
  • Präsentieren von klaren und offenen Optionen für die Bürger
  • Nationale Interessen werden auf die europäische Ebene gehoben
  • Mut besitzen, einmal getroffene Entscheidungen durchzuziehen.

Das war das Erfolgsgeheimnis der deutschen und europäischen Erholung und des allgemeinen Wohlstands und Friedens. Diese mutige Führung ist heute in Europa gefragter denn je.

Ungelöste Themen gibt es zuhauf

Die Eurokrise: Seit fünf Jahren werden grundlegende vertragliche Missstände verschleppt, weil die langfristige Perspektive fehlt. Die Flüchtlingskrise: Seit Jahren ist klar, dass die vom Hunger und Krieg bedrohten Menschen Afrikas und des Mittleren Ostens zunehmen, sehr zahlreich sind und – wenn sie verzweifelt Schutz vom christlichen Standpunkt suchen – aus nicht abgewiesen werden können.
Die kulturellen Grundwerte und unsere allgemeine Sicherheit müssen gewahrt werden. Wir brauchen daher feste Außengrenzen, eine klare Einwanderungspolitik, die eine Überlastung unserer Städte und Regionen in Europa verhindert, und humane Integrationskonzepte.
Es fehlt auf europäischer Ebene ein konsequentes marktwirtschaftliches Konzept mit sozialer Verantwortung für die wirklich Bedürftigen. Zentralistische Verteilung der Mängel reicht nicht aus! Schließlich fehlt ein fester staatlicher und wertemäßiger Ordnungsrahmen, der sich ausdrückt in einer subsidiären, demokratischen Verfassung mit klarer Bottom-up-Kompetenzverteilung Zustimmungspflichten der Bürger.
Die Politiker, Wirtschafts- und Gesellschaftseliten aller europäischer Länder müssen wieder wie bei Schumann, de Gasperi und Adenauer den Mut zu guter Führung besitzen, dann haben alle die Chance zu einem starken freien Europa.

Der Text erschien ursprünglich Wirtschaftsforum des MIT.

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