Fahrstuhl Tür zu Knopf – „Startknopf für den Karriereturbo“

Karriereturbo

Kürzlich las ich einen Artikel in edition F zum Thema Professionalisierung der Prokastrination. Sehr erheiternd. Einen Absatz hatte es mir besonders angetan:

Der Fahrstuhl Tür Zu Knopf als Karriere BoostDie Königsdisziplin: Drücke im Fahrstuhl den Tür-Zu-Knopf. Und zwar j e d e s M a l, wenn du Fahrstuhl fährst. A u s n a h m s l o s. Und schaue dabei auf keinen Fall vom Smartphone hoch.

Was sagt das über unsere Businesswelt aus?

Nach einem kurzem Schmunzeln musste ich über diesen Absatz länger nachdenken. Roland Berger soll sogar diesen Knopf als „Karriere Boost“ bezeichnet haben. Tatsächlich ist mir das auch aufgefallen. Gerade die Kollegen aus dem Middle Management nutzen jede Möglichkeit, Ihre Unabkömmlichkeit zu demonstrieren. Und dazu gehört auch, diskutierend in den Fahrstuhl zu treten, den Türzu Knopf zu betätigen, egal, ob noch jemand kommt oder gar direkt hinter einen befindet.

Dieses unscheinbar kleines Detail zeigt aber ein Signal, was ich erschreckend finde: Man spürt die Zunahme von Egoismus und Selbstherrlichkeit. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist dieses eher kontraproduktiv: Eine Unternehmung funktioniert nur mit allen Teilnehmern, und ein gesunder Respekt im Umgang gehört dazu. Jahrelange Konditionierung des Middle Management auf Ergebnisse hat diese Kultur nicht gefördert, empathische Züge wurden abtrainiert.

Wer sich dessen bewusst ist: Britta Weddeling empfiehlt im Handelsblatt sogar einen Fahrstuhl Knigge. Mit kleinen Schritten kommen wir wieder voran!

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