Prüfungsstandards für den Aufsichtsrat PS 981 und 982

Intro

Was sind die Standards PS 981 und PS 982 des IDW? Wir beschäftigen uns ja viel mit Strategie: Digitalisierung, Kulturwandel in Unternehmen oder gar gesellschaftlichen Strömungen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Aufsichtsrat originäre Pflichten hat, zum Beispiel bei einer Aktiengesellschaft nach § 111 Aktiengesetz [Aufgaben und Rechte des Aufsichtsrats]. Die Standards sollen helfen, rechtliche Rahmenbedingungen einzuhalten.

Prüfungsstandards für den Aufsichtsrat PS 981 und 982

Die Standards des IDW beschäftigen sich in den beiden Fällen mit der „Überwachung der Überwachung“: Wie ist ein Unternehmen aufgestellt, Risiken zu erkennen, migitierende Maßnahmen einzuleiten und darüber zu berichten.

Prüfung von Risikomanagementsystemen (IDW PS 981)

Hierbei geht es um die grundsätzliche Einrichtung eines Risikomanagmentsystemes: Wie werden Risiken gemessen, berichtet, welche Maßnahmen werden eingeleitet?

Prüfung des internen Kontrollsystems des internen und externen Berichtswesens

Hier wird auf die Kerngeschäfts- bzw. Unterstützungsprozesse abgezielt: Wie ist das Berichtswesen aufgestellt, werden alle wesentliche Belange berücksichtigt? Wie ist die Implementierung der Systeme und ist das System generell überhaupt für die Zielsetzung geeignet?

Sind die Standards verpflichtend?

Nicht so direkt: Es handelt sich um einen Standard, der grundsätzlich von den Wirtschaftsprüfern einzuhalten ist. Für einen Aufsichtsrat gilt so eine Verpflichtung nicht zwingend (Die zwingenden Regeln sind ja gesetzlich vorgeschrieben). Da seine Arbeit daran gemessen wird, ist eine Beachtung nicht nur empfehlenswert.

Wo kann ich mehr Informationen beziehen?

Für den Interessierten kann man die Werke direkt üb der das IDW beziehen:

Ansonsten gibt es auch eine visualisierte Fassung, die direkt vom IDW auch ausgegeben wurde und als grafisch aufbereitetes Taschenbuch besser lesbar ist (Hier kann man das Taschenbuch direkt bestellen).

Extro

Und für wen das zu viel Text ist, sehr empfehlenswert der Directors Channel, hier mit Dr. Frank Hülsberg zu den beiden Überarbeitungen des IDW.

Neue Best Practice für Aufsichtsräte: DIN SPEC 33456

Unsere internationale Website wendet sich einersits an internationale Investoren, die in Deutschland investiert sind, andererseits an Ausländer, die in deutschen Aufsichtsräten sitzen.

Dort beschreiben wir, was derzeit die aktuelle Best Practice für Aufsichtsräte in Deutschland ist. Da dieses natürlich umso mehr für die deutschen Aufsichtsräte gilt, möchten wir von hier auf unseren dortigen Abstract und dessen Links verweisen. Wir beziehen uns dabei auf die Veröffentlichungen von Prof. Dr. Bernd Schichold, der Co-Autor und einer der führenden Köpfe hinter der DIN SPEC 33456 ist.

 

So klappt die Digitalisierung in Deutschland

Intro

Mittlerweile ist viel geschrieben, interpretiert und gerätselt worden: Wie kann die digitale Transformation gelingen. Trotzdem wage ich mich an den nächsten Blogpost zum Thema Digitalisierung: Nur durch systematische Penetration kann es uns gemeinsam gelingen, die Hürden der nächsten Jahre zu nehmen.

Trotz schlechtem Breitbandausbau und trägen Reaktionsvermögen steht Deutschland im „Innovationsindex“ durchaus gut da. Im The Global Competitiveness Report 2016–2017 steht Deutschland immerhin an Platz 5 von 138 Ländern. Wie kann diese Position gehalten oder gar ausgebaut werden? Statt ein Digitalministerium zu fordern, ein paar Gedanken:

1. Befasst Euch mit der Digitalisierung!

Digitalisierung wird oft verniedlicht: Ein bunte App, ein Facebook Like Button, und schon wird die neue Zeit gepriesen. Dem ist aber nicht so: Im Rahmen der Digitalisierung werden ganze Geschäftsprozesse auf den Kopf gestellt. Beste Beispiele sind Uber oder AirBnB: Die Geschäftsmodelle setzen auf bestehende auf und greifen die Margen ab. Also: Erst mal prüfen und im Zweifel externe Unterstützung holen.

2. Schafft Rahmenbedingungen

Innovation braucht Freiräume: Sie können den Mitarbeitern nicht befehlen, auf Knopfdruck kreativ zu sein und Innovationen hervorzubringen. Erschwert wird dieses, da dass prozessorientierte Denken dieses über Jahre verhindert hat. In manchen Bereichen wurde dieses nahezu wegkonditioniert (umso erstaunlicher, dass es in Stellenanzeigen immer wieder gefordert wurde). Gerade Vorstand sollte dieses vorleben. Besser als ich aber kann das Gunter Dueck erklären:

3. Statt Risiko-: Chancenkultur!

Man kennt es aus Projektmanagementstandards: Über Risiken spricht jeder. Chancen sind im Grunde dasselbe, nur in positiver Betrachtung. Wer Risiken vermeidet (was an sich gut ist), verhindert auch Chancen.

4. Fördern Sie Netzwerke

Gerade in Konzernen erlebt man es als Externer immer wieder: Man ist in wenigen Monaten besser vernetzt als die Mitarbeiter, die seit zig Jahren dort werkeln.

Fördern Sie den interdisziplinären Austausch, womöglich auch auf kreative Weise: Man kann Mitarbeitern den LinkedIn Account bezahlen und diesen Zeit zur Verfügung stellen, um Foren, Gruppen oder Alumni zu betreuen.

Sympathische Ansätze sind zum Beispiel auch das „Lunch-Tindern“: Man meldet sich zum Mittag an und bekommt per Zufall einen Partner für das Mittagessen.

5. Die Fehlerkultur

Um es vorwegzunehmen: Scheitern ist nicht sexy, nicht in Deutschland und nicht im Valley. Man kann aber mit Fehlern systematischer umgehen: Woher stammt dieser, wie lassen sich diese Vermeiden. Wer neue Wege geht, wird auch Fehltritte haben. Das ist Teil des Preises, den man zahlen muss. Wenn der gleiche Fehler zweimal begangen wird, ist es peinlich. Aber nicht beim ersten mal.

Worauf ich hinaus will: Wir haben viel zu tun. Die Arbeit liegt aber im Change der Kulturen, in der Infrastruktur und im Verständnis der Arbeit. Alain Veuve hat befürchtet, dass zum Thema Digitalisierung bereits alles gesagt Alain Veuve Digitalisierungworden ist. Zum einen hat er Recht: Die Veränderungen, die auf uns zukommen, sind gar nicht abzuschätzen, auch von Experten nicht. Auf der anderen Seite: Wir müssen das Thema immer wieder bemühen, bis es wirklich überall angekommen ist.

Warum Sie jetzt einen neuen Headhunter brauchen

The Digital Transformation requires a new Leadership Mindset

In diesen Zeiten ist die Frage nach den richtigen Talenten an den richtigen Stellen eine Frage des unternehmerischen Überlebens geworden. Der richtige Mix an Internationalität, Erfahrungen und Wissen, zudem echtes digitales Know-how, sowohl in visionärer als auch operativer Form zu kombinieren, zu identifizieren, zu gewinnen und zur Kollaboration zu bringen, sind nur einige der Herausforderungen der Stunde.

Nie dagewesene Geschwindigkeit beim technologischen Wandel, stellt Vorstände und Eigentümer vor die größte Herausforderung der letzten Jahrzehnte.

Das Vorgenannte bedarf einer neuen Form der Human Resources Steuerung und des Headhuntings. Was die großen und kleinen Personalberatungen die letzten Jahre mit Erfolg geliefert haben, ist heute nicht nur ein Auslaufmodell, sondern kann sogar die Zukunft eines Unternehmens gefährden.

Unternehmen müssen sich von liebgewonnenen Headhuntern trennen und brauchen für ihre eigene erfolgreiche Zukunft eine neue Generation Personalberater und Searcher, die selber mit und durch die neuen Technologien groß geworden sind, diese selber in allen Facetten beherrschen und nutzen. Ein Headhunter der nicht weiß, was Blockchain für seine Branche und seine Kunden bedeutet, der nicht weiß, was und wie man mit Bitcoin zahlen kann oder wie Affiliate Marketing funktioniert, sollte einem schon suspekt sein. Wie soll so jemand die zukunftsweisenden Vorstände, Aufsichtsräte und Manager identifizieren können, die ein Unternehmen in die Zukunft führen?

Da bedeutet, dass sich der „Next Generation Headhunter“ selber zukunftsweisender Formen der Suche und Identifikation stellt. Executives zu interviewen und immer wiederholende Fragen nach Rollen, Organisationen, Länderkenntnissen und Strukturen zu stellen, ist weder für den Kandidaten zielführend noch effizient für den Personalberater. Eine Automation dieser Prozesse führt zu einer größeren Treffsicherheit, einer breiteren Kandidatenbasis und letztendlich zu besseren Platzierungen.

Das hilft aber auch nur, wenn die Human Resources Manager und Unternehmensleitungen der Unternehmen in der Lage sind, entsprechende Aufträge zu vergeben und dann auch was mit dem Output anzufangen. Zweifelsohne werden die neuen Manager an Bord eine viel größere unternehmenskulturelle Einbettung benötigen, um die notwenige innovative Disruption voranzutreiben – ohne dabei effiziente bestehende Prozesse zu gefährden. Hier steht Human Resources ganz am Anfang und darf die Vorreiterrolle in der Digitalisierung vorleben, um die Akzeptanz anderer Bereiche im eigenen Unternehmen zu erlagen.

Was für eine spannende neue Welt! Und wir sind an der Front der Vorreiter!

Status und Zukunft

Wir blicken auf voll ausgelastete Monate in der Aufsichtsrats-Beratung unter der Marke „Deutsche Agentur für Aufsichtsräte“ zurück, seien es die

  • regelmäßigen Effizienzprüfungen nach DCGK 5.6
  • effizient und digitalisiert durchgeführten Aufsichtsrats-Beurteilungen nach KWG §25
  • die Beratung zum Risk-Management, insbesondere zum Thema Cyber-Risk (hier speziell unsere Kooperation mit dem Cyber-Sicherheitsrat Deutschland)
  • sowie die Schulungen von Aufsichtsräten zu Haftungsfragen und Best Practice.

Aber einem Thema sind wir nicht nur besonders treu, der Aufsichtsrats-Vermittlung, sondern sehen das im Fokus unserer aktuellen und zukünftigen Aktivitäten. Hierbei entwickeln wir als „Deutsches Institut der Aufsichtsräte“ unsere Plattform weiter, an der sich unterschiedlichste Personalberater Deutschlands einbringen. Kein einzelner Aufsichtsratsvermittler wird es alleine schaffen, einen wirklich relevanten Marktanteil zu generieren, hier spielt unsere offene Plattform die Zukunftsmusik. Immerhin gibt es über 30.000 Neubesetzungen oder Verlängerungen von Aufsichtsratsmandaten jährlich, die es in Kooperation mit möglichst allen wesetlichen Personalberatern zu adressieren gilt.

Aktuelle Trends im Aufsichtsrat

In der Zeitschrift „Aufsichtsrat aktuell“ gibt Dr. Josef Fritz einen großartigen Überblick und Ausblick zur Aufsichtsratsszene. Wir möchten diesen Artikel empfehlen und geben hier mal ein paar Ausschnitte wieder, die Appetit auf mehr machen dürften.

Aufsichtsrat aktuell Cover

Ob Konzern, Aktiengesellschaft, Stiftung oder Verein, alle Kontrollorgane eint, dass es bei der Besetzung der Leitungs- und Kontrollorgane klare Anforderungsprofile gibt, bzw. geben müsste. Weiterhin ist das gemeinsame Ziel aller Kontrollorgane die Transparenz.

Letztendlich wird eine zukunftsweisende Tagesordnung für Aufsichtsratssitzungen entworfen, frei nach dem Zitat „Die Zukunft soll man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen“. In dieser Tagesordnung finden sich Fragen, wie z.B.: Warum ist das Unternehmen noch im Geschäft?  Hat das Unternehmen die Mittel, um die gesteckten Ziele zu erreichen? Welche neuen und indirekten Wettbewerber sind in den kommenden Jahren zu erwarten? Mit welchen Produkten und Dienstleistungen verdient das Unternehmen in fünf Jahren Geld? Was sind die zukünftigen Cash Cows? Welche Kennzahlen zeigen Handlungsbedarf?

Diese Fragen halten wir für wichtig. Wir kennen aus unserer eigenen Erfahrung schon die Probleme mit zwei einfachen Fragen:
Was sind die drei größten aktuellen Risiken des Unternehmens?
Was sind die drei größten Risiken des Unternehmens in fünf Jahren?
Die Antworten sind ein Basiswissen eines Aufsichtsrats, die auch in Einzelgesprächen von allen überwiegend gleich beantwortet werden müssten, ist aber leider nicht immer der Fall.

ER auf Bühne 2
Dr. Josef Fritz und Eckart Reinke
während der Aufsichtsrats-Gala 2015

Zurück zum Thema Sitzung  eines zukunftsorientierten Aufsichtsrats, in der die Performance des Vorstands regelmäßig evaluiert werden sollte, sowohl als Team, wie auch die entsprechenden Einzelleistungen.

Um der Dynamik des Märkte und der Unternehmen gerecht zu werden, ist Flexibilität bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats gefordert, was man am leichtesten durch kurze Vertragslaufzeiten erreicht, wodurch eine beständig neue Zusammensetzung ermöglicht wird. Letztendlich bilden Eigentümer, Vorstand und Aufsichtsrat ein Dreigestirn der Führung.

Dr. Fritz geht auch auf die Umbrüche in den verschiedenen Märkten ein. Energiewirtschaft, Apothekenwesen, Musikindustrie, Bankwesen und Handel werden dabei separat beleuchtet. Auch die Frage nach internationaler Kompetenz ist gefragt, auch wir kennen hier die Situation, wo man einen Großteil des Umsatzes in bestimmten Ländern macht, aber keine entsprechende Expertise aus diesen Ländern im Aufsichtsrat hat.

Im Kapitel Führung neu denken, wird sich insbesondere mit der professionellen Suche nach Aufsichtsräten und Vorständen auseinandergesetzt. Klare Anforderungsprofile und Suchstrategien sind heute schon notwendig, werden aber in der Zukunft unabdingbar.

In zwei weiteren Kapiteln zu Share Economy und Change or die wird eine innovative und zukunftsgerichtete Struktur eines Aufsichtsrats propagiert. Dazu gehören der Blick auf Industrie 4.0, 3D-Druck und Digitalisierungsthemen. Insbesondere das Letztgenannte bedeutet einen großen Wandel für den Aufsichtsrat. Hier werden zu oft noch mit alten Denkmodellen, die Herausforderungen der Zukunft beleuchtet.

Neue Spielregeln im Bereich Corporate Governance und Compliance werden ebenso beleuchtet, wie neue Netzwerke und Allianzen. In Summe ein bereichernder und lesenswerter Artikel.

A CV can’t tell the true story

„A CV can’t tell the true story“, als uns dieses zu Ohren kam, konnten wir nur sagen, das ist richtig. Hinter jedem Lebenslauf steht eine Geschichte, die bedeutend ist, wenn man auf der Suche nach Spitzenpersönlichkeiten ist.

Wer nimmt sich normalerweise schon die Zeit, diese Persönlichkeiten einzuladen, kennenzulernen und die wahre Geschichte des Menschen zu verstehen? Wir wollen nicht nur wissen, was jemand erreicht hat, sondern auch warum. Wir wollen verstehen, was jemand aus den Niederlagen gelernt hat und wie diese das Weltbild beeinflusst haben. Wir wollen verstehen, welche Werte das Leben geprägt haben und welche Motivationen die Treiber im Leben sind.

Bei uns findet man Persönlichkeiten, die nichts zu verbergen haben, die sich offen präsentieren. Wer die Wahrheit sagt, der braucht sich nicht zu merken, was man gesagt hat.

Unsere Leistung ist die Transparenz und Positionierung. Wir schaffen Vertrauen und Klarheit. Wir garantieren für unsere Kandidaten und Kandidatinnen. Diese sind qualifiziert, persönlich reif und haben sich zu ethischen Standards öffentlich verpflichtet.

Wir kennen, schätzen und nutzen die Relevanz und die Kraft von Social Media. Hier liegt die zukünftige Informations- und Vermittlungsplattform für herausragende Persönlichkeiten.

Ihr Vorstand des Deutschen Instituts der Aufsichtsräte

Warum die Headhunter sich neu erfinden müssen (und warum das alle Aufsichtsräte wissen sollten)

IMG_7505

Die Komplexität des unternehmerischen Handels wird noch erheblich zunehmen. Einfache Lösungen wird es in Zukunft nicht mehr geben. Es gilt die Komplexität nicht nur zu beherrschen, sondern diese als Ressource für eine erfolgreiche Zukunft zu nutzen. Wer die Komplexität einfach nur reduziert, um den vermeintlichen Überblick zu behalten, der läutet den Anfang vom Ende ein.

Die Folge? Es reicht nicht mehr, einen „Star“ einzustellen, der alle Punkte aus einem Anforderungsprofil erfüllt. Die individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse eines neuen Executives sind weiterhin wichtig, werden aber trotzdem immer unbedeutender. Es kommt eben nicht mehr nur auf den Menschen an, sondern auf die Beziehungen zwischen den Menschen. Eine Neubesetzung oder Nachfolgeregelung muss daher zusätzlichen Kriterien entsprechen, die mit den bisherigen Search-Methoden nicht mehr alleine abzubilden sind.

Komplexität ist die dynamische Vielfalt, aufgrund derer sich beständig die Mittel, Umwelteinflüsse und vor allem auch die Ziele laufend ändern, da sie alle in Beziehung zueinander stehen. Wenn sich aber die Ziele eines Unternehmens dynamisch ändern, kann ich mit der bisherigen Lehre von Aufbau- und Ablauforganisation und der Vorstellung eines starken steuernden Executive nicht mehr viel ausrichten.

Die steigende Komplexität bedarf einer Managementaufgabe, die diese nicht nur beherrscht, sondern diese Komplexität als Chance sieht, um ein Unternehmen zur Spitze zu führen. Wer dem Wandel voraus ist, wird der Gewinner sein, so einfach klingt die Formel der erfolgreichen Unternehmensführung. Der Wandel ist nämlich kein Müssen, sondern ein Wollen –und die zunehmende Komplexität ist der Rohstoff für den Erfolg: Organisationen werden dadurch leistungsfähiger, flexibler, schneller, effektiver und intelligenter. Komplexität ist eine Gefahr und unternehmerische Chance zugleich, je nachdem ob man sich ihr entzieht oder diese aktiv nutzt.

Für die Besetzung der Spitzenpositionen, bedeutet das, dass neben den üblichen Anforderungsprofilen noch die notwendigen Beziehungen zu betrachten sind, mit denen alle Mittel, Personen und Ziele des Unternehmens in Verbindung stehen. Zwischen 6 Personen gibt es 30 Beziehungen, zwischen 10 Personen sind es schon über 100 Beziehungen, die unternehmenskritisch sind. Die bisherige Folge war das Wachsen der Bürokratie, deren weiteres Auswuchern viele klassisch geführten Unternehmen bereits an den Rand des Abgrunds gebracht hat.

Wie berücksichtigt, man also bei der Besetzung von Executive-Positionen die Komplexität? Regeln, Steuern, Lenken, Kommunizieren und Kontrollieren, das klingt erst mal nach klassischen Managementfähigkeiten. Wenn sich jetzt die Komplexität weiter erhöht – und das wird in allen Unternehmen der Fall sein, gilt es  selbst-regulierende, selbst-steuernde, selbst-organisierende, selbst-ändernde, selbst- reparierende Systeme zu entwickeln.  Das gibt es heute schon. Dafür braucht es systempolitische Regeln, die ein Executive so steuern muss, dass eine unbegrenzte Anzahl an Mitarbeitern sich selbst organisieren und koordinieren und dem Zweck entsprechend handeln. Wie kann ein Executive dieses heute aufbauen, wenn er nicht weiß, wie die Zukunft sein wird? Das Beherrschen von zukunftsfähigen Governance Systemen, die zur individuellen Unternehmenskultur passen, gehört zu den Fähigkeiten eines zukünftigen Executives. Dann lösen sich die Fragen: Wie bringt man Matrixorganisationen zum Laufen? Wie entbürokratisiert man Prozesse? Wie löst man Konflikte und Blockaden? Wer das „neue Verkabeln“ der Beziehungsgeflechte in einer Organisation beherrscht, kann all diese vorgenannten Fragen lösen, ohne etwas zu reorganisieren. Diese Fähigkeit ist von den Beziehungen abhängig, die ein „Neuer“ im Unternehmen aufzubauen vermag oder vielleicht eben auch nicht. Das im Vorhinein zu beurteilen bedarf Methoden, die es heute schon im Markt gibt, aber überwiegend (noch)nicht im Auswahlprozess bei Executives eingesetzt werden. Executive Search, Organisationsanalysen und Management Diagnostiken werden dafür Hand in Hand gehen müssen. Wer diese neuen Wege  geht, kann als Aufsichtsrat beruhigt sein.

Haben Sie noch Fragen? Wir freuen uns über eine Email: info@aufsichtsrats-agentur.de

(Ein Artikel von Eckart Reinke, in Anlehnung an Fredmund Maliks Theorien zur Komplexität)

An die Vorstände und Executives, die im Job bleiben wollen – oder die Zukunft des Talent-Management

Dieses ist nicht nur eine Analyse für die Vorstände und Executives, die „employable“ bleiben wollen, sondern auch ein Hinweis auf die Zukunft des Talent-Managements.

FullSizeRender

Es existieren kaum noch glaubhaft funktionierende Formen einer Bindung zwischen Unternehmen und seinen Mitarbeitern. Das gilt vom Vorstand bis zum Berufseinsteiger.

Die Unternehmen, die  sich den veränderten Marktbedingungen beständig anpassen, wandeln und innovieren, werden die einzig langfristig überlebenden Unternehmen sein. Die anderen werden zwangsweise durch Insolvenzen, Übernahmen und andere radikale Schritte vom Wandel unterworfen, dem sich keiner entziehen kann. Diese Erkenntnis ist soweit erst mal nichts Neues, aber die folgende Lösung dafür schon.

Die Folgen bekommen die Vorstände und Angestellten über alle Ebenen zu spüren:  Wenn sich Unternehmen und Geschäftsmodelle immer schneller ändern, so werden die Fähigkeiten, die man von seinen Vorständen und Mitarbeitern benötigt, in immer kürzeren Zyklen abgerufen und auch wieder überflüssig.

Es ist nicht nur das Modell der „lebenslangen Beschäftigung“ vom Markt verschwunden, wo das Unternehmen wie eine Familie war, sondern auch die klassische „Beziehung auf Zeit“ ist am Ende, wo man wie ein Freelancer seiner Arbeitskraft einem Unternehmen vorübergehend zur Verfügung stellte. Wie sieht denn dann eine funktionierende Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehung aus?

Unternehmen wollen Vorstände und Mitarbeiter an Bord haben, die den beständigen Wandel vorübergehend managen und sicherstellen. Im Gegenzug wollen die Vorstände und Mitarbeiter die Chance haben, sich so weiter zu entwickeln, dass sie für sich langfristig eine Karriereentwicklung realisieren können. Man schmiedet also eine Allianz auf Zeit, in der jeder gegenseitig bekommt, was ihm weiterhilft. Dieses ist ein win-win Geschäft, bei dem beide Seiten sich verpflichtet fühlen, gegenseitig in sich zu investieren. Das geht aber nur mit gegenseitigem Vertrauen, dass sich alle Parteien an diesen win-win Deal gebunden fühlen!

Wo soll denn dieses notwendige Vertrauen herkommen, dass man gegenseitig(!) ineinander investiert? In einer Zeit, wo gefühlt das Vertrauen beständig abnimmt, müssen da alte Wege neu beschritten werden. Es beginnt mit dem Verständnis, dass auch großartige Vorstände und Mitarbeiter das Unter nehmen auch wieder verlassen werden. Das Talent-Management (bei Vorständen ist es der Aufsichtsrat) muss diese Allianz auf Zeit offen adressieren. Der Mitarbeiter bis hin zum Vorstand muss sein Wissen, Zeit, Kreativität und Engagement einsetzen, um den Wandel im Unternehmen voran zu bringen – gleichzeitig muss das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Vorstände so entwickeln, dass diese mit der Beendigung dieser „Allianz auf Zeit“ einen weiteren Karriereschritt außerhalb des Unternehmens machen können.

Um dieses System am Laufen zu halten, bedarf es ausgeprägter „Tauschbörsen“, wo Vorstände und Mitarbeiter gefunden werden und sich anbieten. Für Mitarbeiter und Führungskräfte sind diese Tauschbörsen im Internet bereits ausgereift zu finden.

Vorstände hingegen nutzen als Tauschbörse die diskrete Dienstleistung von „Executive Agents“, die im Rahmen von Private Placements für neue Mandate sorgen. Dieses ist eine Form des Geschäfts, das dem Executive Serach im ersten Moment ähnlich sieht, doch mit subtileren Mitteln und anderen Methoden  funktioniert. Es verbindet die Komponenten vom Executive Search und vom Placement in einer neuen Dienstleistung.

Wollen Sie mehr Informationen? Dann schreiben Sie an info@aufsichtsrats-agentur.de

Wirtschaftsblatt Österreich Gala 2015-001

Impressionen von der Aufsichtsrats-Gala

Viel gute Presse und persönliche Rückmeldungen begleiten die erfolgreiche 1. Aufsichtsrats-Gala.

ER auf Bühne 3
Eckart Reinke berichtet aus der Praxis, was für gute Aufsichtsräte wirklich wichtig ist.

ER und Nestle
Corinne Gabler, CEO Nestlé Österreich mit Eckart Reinke

ER mit Culen und Konnertz
Dr. Sandra Konnertz, Bombardier, Eckart Reinke und Monica Cuhlen, Gründerin der Rote Nasen, die sich bereits vom Victress Award aus Berlin kennen.

Schramm und KPMG
Rainer Hassler, KPMG und Dr. Dietrich Schramm von der HayGroup, mit der Eckart Reinke jetzt in allen Fragen des Leadership, Talent, Beurteilungen und Vergütung kooperiert.

 

Bilder: http://www.leadersnet.at/news/18948,die-vorreiter-unter-den-aufsichtsraeten.html