14. Konferenz Deutscher Corporate Governance Kodex

„Selbstregulierung oder staatliche Vorgaben – Chancen für mehr Freiheit?“, so lautet das Thema der aktuellen Konferenz. Der Auftakt war schon optisch anders als sonst: Die Teilnehmer waren deutlich jünger, nicht mehr die üblichen schon etwas langweiligen „65+ Deutsche Männer“, von denen die Aufsichtsräte mehr als genug haben. Aber nicht nur jünger, sondern auch weiblicher sind die Teilnehmer, was für eine freudige Überraschung.

Heute gab es das Abendessen mit Reden von Dr. Manfred Gentz (Vorsitzender der DCGK Kommission), Christian Lange (Staatssekretär beim BMJV) und der Ministerin Manuela Schwesig, wobei letztere erstaunlich gut den Nerv der Zuhörer traf.

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Belohnt wurden alle beim anschließenden Empfang mit dem fantastischen Ausblick vom Allianz Forum am Pariser Platz auf Augenhöhe mit der Quadriga.

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Morgen geht es weiter mit dem Thema „Selbstregulierung oder staatliche Vorgaben?“. Wir sind gespannt, denn wir wollen ja „eigentlich“ in einem Staat ohne zu viel beschränkende Gesetze leben.

DCGK – Deutsche Corporate Governance Kodex Kommission

Am 24. und 25. Juni war die jährliche Tagung der DCGK-Kommission in Berlin.

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Herausragend war – wie zu erwarten – der neue Vorsitzende Dr. Manfred Gentz. Seine Beiträge hatten Substanz und Klarheit über das, was die Kommission tun kann, will und wird.

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Überraschend gut war der Dinnerspeach von Justizminister Maas: Freundlich, kompetent und doch kritisch.

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Ob sich mit dem Dinner die Telekom einen Gefallen getan hat, wird eine spätere Bewertung zeigen. In jedem Fall wurde großzügigst für die Gäste gesorgt.

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Ansonsten war alles „politisch korrekt“. Wenige hatte den Mut etwas zu wagen. Nur Dr. Manfred Bischof wagte zu fragen, ob man wirklich glaube, dass der Aufsichtsrat z.B. Strategiefragen wirklich besser verstehen und bewerten könne als der Vorstand, womit er durchaus recht hat. Selten – fast nie – hat der Aufsichtsrat ein besseres Know-how als der Vorstand, woher auch. Das war mal ein Ansatz von mutiger Wahrheit. Bei der Vorstandsvergütung wurde wieder nicht Klartext gesprochen. Fast kein Aufsichtsrat kann versteht das vom ihm getragene Vergütungsmodell. Hier wäre eine drastische Vereinfachung von Nöten, es gibt kein Grund für Komplexität, das traute sich aber nur (noch) keiner zu sagen.

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Alles in allem keine sehr mutige Veranstaltung, aber inhaltlich alles engagiert und korrekt.

Es gibt noch viel zu tun. Bei dem neuen Vorsitzenden der DCGK Kommission ist mir aber nicht bange, dass in Zukunft auch die unbequemen Themen angegangen werden.

 

Gehaltsstudie: Topmanager verdienen 53-mal so viel wie Arbeitnehmer

Der Gehaltsunterschied zwischen Topmanagern und durchschnittlich Mitarbeitern ist in den Dax-Konzernen noch größer geworden. Am deutlichsten zeigt sich die Entwicklung bei Volkswagen. Weitere Informationen unter www.zeit.de

DAX Aufsichtsräte verdienen Millionen

http://n-tv.de/wirtschaft/Dax-Aufsichtsraete-verdienen-praechtig-article11545026.html

Im anliegenden Link kann man bei n-tv einen Beitrag dazu sehen. Die Frage bliebt nur, ob eine hohe Bezahlung – oder noch provokanter, eine Bezahlung überhaupt – eine Unabhängigkeit der Kontrolle sicherstellt. Alleine schon die Bezahlung eines Aufsichtsrats schafft eine Abhängigkeit, die nicht gewollt sein kann. Wenn diese so hoch ist, steigt das Risiko, dass ein Kontrolleur zum Erhalt seines Mandates sich kritische Fragen verkneifen könnte.

Regierungspläne zu Managergehältern in der Kritik

Der Vorschlag der Regierung, die Vergütung der Manger stärker zu regulieren, stößt auf heftige Kritik. Sowohl  der Rechtsausschuss des Bundestags als auch die Regierungskommission Deutscher Corporate-Governance-Kodex (DCGK) erteilten den Plänen in großen Teilen eine Absage.

„Es ist zu bezweifeln, ob die Aktionärsentscheidung in der Hauptversammlung überhöhte Vorstandsbezüge verhindern wird […] Das in der Diskussion befindliche Gesetz wird in der Praxis die Verantwortung für eine angemessene Vergütung des Vorstands von einem klar zu identifizierenden Aufsichtsrat auf eine eher anonyme Hauptversammlung verschieben.“, sagte der Vorsitzende der Regierungskommission und Chef des Aufsichtsrates der Commerzbank, Klaus-Peter Müller.

Die Kodexkommission empfiehlt hingegen den börsennotierten Unternehmen, die individuellen Vorstandsvergütungen in ihrem Gesamtbetrag und auch ihren variablen Vergütungsteilen nach oben mit Grenzen zu versehen, die weiterhin der Aufsichtsrat unternehmensspezifisch festlegt.

Was die unterschiedlichen Vorschläge zur Managervergütung im Einzelnen für die Praxis bedeuten und wie überzogene Gehälter und Bonuszahlungen wieder auf ein Normalmaß zurückgeführt werden können, kann im Titelthema „Nach der Party“ des Personalmagazins, Ausgabe 7/2013 nachgelesen werden.

Chefkontrolleure der Dax-Konzerne erhalten höhere Bezüge

Vergütung DAX-Aufsichtsräte 2012

Anders als die Vorstandsvorsitzenden haben die Aufsichtsratschefs der DAX-Konzerne im vergangenen Jahr ihre Bezüge deutlich steigern können. Der DAX-Durchschnitt lag bei 347.000 €, Spitzenreiter war Ferdinand Piëch mit 1,1 Millionen Euro. [weiterlesen…]

 

Aufsichtsratsvergütung: Gehaltsplus von 40% für Dax-Chefaufseher

Im Mittel haben die Aufsichtsratsvorsitzenden der 30 Dax-Konzerne 2012 zehn Prozent mehr als im Vorjahr verdient. Abgeschlagen an der Spitze der Topverdiener ist VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech, der Aufsichtsvorsitzende von Volkswagen, dessen Vergütung allein bei 1,1 Millionen Euro lag. Grund war die außerordentlich hohe variable Erfolgsbeteiligung von mehr als 900.000 Euro.

Deutschlands Chefaufseher profitieren von der guten wirtschaftlichen Lage der Unternehmen. Die Aufsichratsvorsitzenden der 30 Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 346.000 Euro für ihr Mandat erhalten, das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das ergaben Berechnungen des Handelsblatts (Montagausgabe). Damit ist die Aufsichtsratsvergütung der DAX-Konzerne in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen.

Die Gehaltsrangliste der DAX-Aufsichtsratschefs ist auf den Seiten des Handelsblatt abrufbar unter http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/aufsichtsratsverguetung-dickes-gehaltsplus-fuer-dax-chefaufseher/8100520.html

PwC-Studie: Deutschland verbessert sich überdurchschnittlich im PwC Women in Work Index

Die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau war zuletzt ein großes Thema. Eine weltweite Studie von PwC  bestätigt, dass Deutschland bei diesem Thema – trotz starker Verbesserung – noch hinterher hinkt.

Die Studie zeigt aber auch: Weibliche Arbeitskräfte sind von enormer Bedeutung für die hiesige Wirtschaft. Zunehmend sind Frauen erwerbstätig, jedoch nur wenige in schaffen es in die Spitzenpositionen der Konzerne.

Frauenquoten zeigen Wirkung – aber nicht überall

Im Mittel sind in Deutschland nur 3% der Aufsichtsratsmitglieder weiblich. Um ihren Anteil zu erhöhen, werden aktuell Frauenquoten diskutiert, ein Modell, das international unterschiedlich erfolgreich ist. Norwegen hat bereits 2008 eine Frauenquote eingeführt. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen liegt bereits bei 40%, ein einsamer Spitzenwert in Europa. Anders zeigt sich das Bild in Italien und den Niederlanden, die trotz Frauenquoten einen unterdurchschnittlichen Anteil an weiblichen Führungskräften haben. Bei der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau liegt die Schweiz auf den hinteren Rängen. „Die Analyse zeigt, dass hierzulande in den letzten zehn Jahren nicht die gleichen Fortschritte erzielen werden konnten wie beispielsweise in Grossbritannien“, erklärt Joanne Burgener, Partner und Diversity Leader bei PwC Schweiz.

Die Studienergebnisse sind abrufbar unter http://www.presseportal.ch/showbin.htx?id=100026459&type=document&action=download&attname=pwcwomeninworkindexreport.pdf

Leaders Parliament: Manager für Begrenzung von Spitzengehältern

In der aktuellen Debatte um Spitzengehälter in der deutschen Wirtschaft fordert auch eine Mehrheit der Führungskräfte eine Obergrenzen. In der Leaders Parliament-Umfrage, die von der „Welt am Sonntag“ und der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants durchgeführt wurde, sprachen sich 24,3 Prozent der Befragten für strengere Regeln der Managergehälter aus, weil Gehaltsexzesse nicht länger vermittelbar seien.

Weitere 52,7 Prozent sind ebenfalls für eine Begrenzung, jedoch sollen Aufsichtsräte und Vorstände hierbei eigenverantwortlich handeln. Lediglich 22,5 Prozent der Befragten lehnen jedwede Eingriffe ab.

Klaus-Peter Müller, der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, befürworten, wenn die Hauptversammlung der Aktionäre künftig über die Verdienste der Wirtschaftselite in börsennotierten Aktiengesellschaften abstimmen lassen würde. Schon heute stellen 30 Unternehmen im DAX ihre Vergütungssysteme der Hauptversammlung zur Abstimmung – jedoch ist dieses Votum bislang nicht bindend. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Aufsichtsrat das Risiko auf sich nimmt und ein Votum der Eigentümerversammlung einfach übergeht.“, so Müller.

Joachim Schwalbach, Management-Professor der Berliner Humboldt-Universität, verdeutlicht nochmals die Entwicklung der Gehälter der DAX-Spitzenkräfte: In den vergangenen 25 Jahren gab es einen Anstieg um 713 Prozent. 1997 habe ein Vorstandsmitglied im Schnitt das 19fache seiner Beschäftigten verdient, 2011 sei es bereits das 54fache gewesen.

Quelle: dapd

Studie: Deutsche Aufsichtsratsvergütung im europäischen Vergleich

Den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Hay Group zufolge, in die Daten von 390 Unternehmen aus zwölf europäischen Ländern eingeflossen seien, war deutschen DAX-Unternehmen im vergangenen Jahr die Leistung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden im Mittel 249.000 Euro wert. Ein Aufsichtsratsmitglied habe im abgelaufenen Jahr im Mittel 115.000 Euro erhalten. Damit seien die Vergütungen für Aufsichtsratsvorsitzende und -mitglieder in Deutschland im europäischen Vergleich deutlich überdurchschnittlich.

In Europa hätten Unternehmen ihren Aufsichtsratsvorsitzenden im vergangenen Jahr im Mittel 214.800 Euro (2011: 237.900 Euro) gezahlt. Die Gesamtvergütung von Aufsichtsratsmitgliedern in Europa sei von 71.500 Euro im Jahr 2011 auf 75.200 Euro gestiegen. Mit 1.077.100 Euro hätten Verwaltungsratsvorsitzende in der Schweiz die höchste Vergütung in Europa erhalten. Auch Verwaltungsratsmitglieder hätten sich dort im vergangenen Jahr durchschnittlich über 251.200 Euro freuen können. Ganz anders sehe es hingegen in Österreich aus. Dort habe ein Aufsichtsratsvorsitzender im vergangenen Jahr im Mittel lediglich 51.600 Euro und das Aufsichtsratsmitglied nur 20.500 Euro erhalten. Damit hätten österreichische Unternehmen die geringsten Vergütungen der zwölf untersuchten europäischen Länder gezahlt.

Weiterführende Informationen unter http://www.haygroup.com/de/press/Details.aspx?ID=35424