The Digital Transformation requires a new Leadership Mindset

Über agiles Micromanagement

Intro

Heute wollte ich mich mal mit meiner (zugegeben empirisch nicht relevanten) Erfahrung auseinandersetzen über neue Führungsstile. Gerade bei jungen Führungskräften mache ich verstärkt die Erfahrung, dass der Stil autoritärer ist, jedoch Agilität und NewWork versucht in der Außendarstellung zu prägen. Vor ein paar Wochen habe ich ja bereits über „Pseudo Agilität“ geschrieben, dieser Artikel stellt den Pendanten zu den Führunsgsstilen dar.

Agiles Micromanagement?

Was dabei auffällt? Es werden einzelne Elemente aus dem agilen Umfeld aufgegriffen und bewusst nach außen getragen. Jedoch werden gerade zentrale Bedingungen nicht erfüllt. Die wichtigste hierbei: Vertrauen.

Für NewWork reicht nicht ein 😘 in der Arbeitsanweisung

Wenn man sich mit neuen Arbeitsbedingungen beschäftigt, so ist es nicht ausreichend, nur Tischkicker aufzustellen oder mit dem neuem „Duzen“ eine Nähe vorzugaukeln, die nicht gelebt wird.

Newwork heißt für mich (eine zentrale Definition kenne ich leider nicht) unter anderem, neue Freiräume für Mitarbeiter zu schaffen. Ziele gibt es hierfür immer noch, aber es wird nicht mehr auf Einzelschrittebene geprüft, wie der Stand ist. Der Chef (Manager…) ist dafür da, Probleme aus dem Weg zu schaffen. Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass die Mitarbeiter vertrauen zu ihrer Führungsperson haben.

Newwork bedeutet aber auch, Prozessschritte auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Gerade in großen Konzernen haben sich Messungen und Excelsheets etabliert, wo keiner mehr weiß, wofür die gut sind. Eine Führungskraft, die das verstanden hat, hinterfragt aktiv, ob alles immer sein muss. Eine sinnlose Arbeitsanweisung bleibt sinnlos, auch wenn man beim forwarden die Mail mit „…..das wäre total lieb“ garniert.

Jede Organisation bekommt die Führung, die es verdient

Kommen wir auf das Eingangs erwähnte „Agiles Micromanagement“ zurück. In vielen Fällen sind Führungskräfte so konditioniert: Zum einen ist eine Erwartungshaltung, dass Führungskräfte, gerade aus dem Middle Management, immer aussagefähig sind. Hier liegt der Veränderungswille aber beim Top Management: Dieses Vertrauen muss aus den obersten Hierarchien gelebt werden.

Das Middle Management reagiert also mit dem hybriden Modell quasi aus Notwehr: Zum einen wird Micromanagement erwartet, auf der anderen Seite möchte man agil sein. Oftmals übrigens vom selben Management durch irgendwelche Innovationstöpfe gefördert. Dabei wäre ich vorsichtig, als Evangelist auf die Sinnlosigkeit hinzuweisen: Organisationsstrukturen kann man im Regelfall nicht von einem auf den anderen Tag umkrempeln.

Agile Methoden und NewWork bedingen New Management: Die Führungskraft als Mentor und Coach im gegenseitigem Einvernehmen mit den Mitarbeitern. Und das Epizentrum ist Vertrauen, was nur von oben vorgelebt werden kann und muss. Und das kann nur langsam durch das Top Management vorgelebt werden. Hier ergeben sich ganz praktische Probleme: Top Manager sind empathische Züge gerade aberzogen worden und was machen wir mit toxischen Führungskräften?

Leseempfehlungen

Wer sich damit mehr befassen möchte, sollte sich mal bei

  1. Marcus Riesterer [Blog, Twitter]
  2. Christian Müller [Blog, Twitter]
  3. Matthias Wrede [Blog, Twitter] oder
  4. Marcus Reif [Blog, Twitter]

umsehen. Hier ziehe ich persönlich viel Mehrwert heraus.

Huffington Füller LinkedInsiders

Pseudo Agilität

Intro

Die Tage fiel mir ein Tweet von Christian Müller (wer auf Twitter ist: #FF!) auf. Auf Twitter zu diskutieren, ist manchmal schwierig, daher meine „Antwort“ hier. Auslöser:

Bereichsleiter führt „Agilität ein“: – die Teamleiter übernehmen zusätzlich die Funktion eines Product Owners – Dailies finden einmal pro Woche statt – Scrum Master wird mit 25% Zeit eingeplant – Aufgaben verteilen die Teamleiter Wie würdest Du damit umgehen?

Provokativ – aber wie sieht es aus?

Pseudo Agile?

Die Erfahrungen, die Christian Müller hier kurz zusammenfasst, trifft man in der Realität häufig wieder. Gerade in großen Konzernstrukturen wird versucht, Agilität unter altbackenen Releasezyklen zu packen. Das stellt ja einen Widerspruch wieder. Einige Konzerne experimentieren auch mit „Hubs“ und ähnlichem.

Agilität ist nicht damit getan, dass man eine Tischtennisplatte etabliert und sich hin- und wieder zusammenrottet unter dem Deckmäntelchen eines „Dailies“.

Aber wie etabliert man in einer großen Unternehmenskultur neue Ideen und Vorgehensweisen? Der pragmatische Ansatz des „Irgendwie“ endet dann genau in den oben zitierten Regelungen. Man ist ja agil. Irgendwie.

Oftmals sind diese Vorgehensweisen nicht dem Umstand geschuldet, dass der Einführende dumm wäre oder agile Vorgehensweisen nicht verstanden hätte. Es sind vielmehr Handlungen aus Notwehr (einige Ausnahmen mögen existieren). Der Versuch, neue Ideen zu etablieren, ohne alte Strukturen oder etablierte Mechanismen zu beschädigen.

Aber woran liegt es? Eine Transformation kann nur gelingen, wenn eine Vertrauenskultur aufgebaut wird. Und dass muss aus dem Senior Management gelebt werden. Neue Techniken (sei es Scrum oder was anderes) können nur funktionieren, wenn eine Vertrauenskultur existiert. Und diese kann nicht gedeihen, wenn das Top Management erwartet, dass jeder Abteilungsleiter in jeder Sekunde zu jedem Detail auskunftsfähig ist. Oft sind es diese Erwartungshaltungen, die das Micromanagement etabliert haben.

Aber sind die Pseudo Agilen Usmetzungsversuche wirklich nur schlecht? Die Evangelisten werden sagen: Dann kann man es auch lassen. Ich denke jedoch, dass eine Kulturrevolution nur allmählich gelingen kann. Und dazu gehören auch Fehler wie missverstandene Agilität. Sie bieten aber auch die Möglichkeit des Türöffners.

Also: Machen! Mitmachen, besser werden!

Digitalisierung – Nicht alles in einen Topf werfen

Intro

Zur Zeit wird der Begriff Digitalisierung überall verwendet. Oftmals wird es auch als Zugpferd verwendet. Mal eine persönliche Ansicht des Status Quo

Digitalisierung und….

Was genau bedeutet Digitalisierung? Eine exakte, allgemein gültige Definition ist mir nicht bekannt. Vielfach werden Begriffe hier zusammengezogen.

Agilität

Digitalisierung bedeutet, dass alles „agil“ wird? Hier sollte man mal auf die Begrifflichkeit schauen. Zuerst einmal: Was bedeutet „Agil“? Hier gibt es zwei Interpretationen:

Agil: Einfach aus dem lateinischen, im Sinne von „beweglich“

Agil (2): Abgeleitet aus dem agilen Schema: Hier steht AGIL für die Begriffe Adaptation, Goal attainment, Integration und Latency: Dieses AGIL beschreibt das Wertesystem das jede Organisation (also auch Unternehmen) betrifft, um seine eigene Existenz zu erhalten.

Wenn die Begrifflichkeit agil verwendet wird, immer genau spezifizieren, auf welches agil sich bezogen wird.

Geschlechtergleichheit

Häufig liest man auch, dass die Digitalisierung nur mit dem Vorantreiben der Gleichheit Aller funktionieren wird. Aus meiner Sicht eine Scheinkorrelation: Gerade die Geschlechtergleichheit ist ein sehr wichtiges Thema. Auch sei es unbelassen: Für neue Ideen und Kreativität ist es förderlich, wenn man sich Gedanken über die Teams macht und auch neu zusammensetzt. Aus meiner Sicht ist dieses eine mögliche Nebenbedingung, aber keine zwingende.

Neue Arbeitsbedingungen

Bei dem Thema „NewWork“, also neue Arbeitsbedingungen sieht es analog aus: Es ist sehr hilfreich, wenn man neue Wege beschreiten möchte. Aber auch dieses ist aus meiner Sicht nicht zwingend. Bestes Beispiel sind die amerikanischen Unternehmen wie allen voran Apple, aber auch LinkedIn: Diese Unternehmen sind sehr streng hierarchisch strukturiert und wären Musterbeispiele für gelebtes Micromanagement.

Wer hier mehr lesen möchte, dem sei „Netzwerk schlägt Hierarchie“ von Ines Gensinger und Christiane Brandes-Visbeck ans Herz gelegt.

Was Digitalisierung bedeutet

Wie schon geschrieben, eine allgemeingültige Definition kenne ich auch nicht. Was aber sicher ist: Es geht nicht zwingend um Technik, sondern um die Betrachtung gesamter Prozesse aus Kundensicht: Bestes Beispiel wären AirBnB oder Uber: Diese haben auch als eher schlechte Homepages gestartet. Was haben sie getan? Sie haben sich um alte Prozesse gekümmert, neuen Kundennutzen generiert und daraus wertvolle Marge abgegriffen.

Digitalisierung bedeutet für mich in neuen Konzepten zu Denken, Geschäftsprozesse in Frage zu stellen und den Kundennutzen in den Vordergrund zu stellen.