Bundestag: Kontroverse um Frauenquote in Aufsichtsräten

Kurz vor der Bundestags-Abstimmung über eine Frauenquote in Aufsichtsräten am kommenden Donnerstag wackelt die schwarz-gelbe Mehrheit gegen den Oppositionsentwurf. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ wollen mehrere Abgeordnete der Koalition den Vorschlägen der SPD, Grünen und Linken für eine gesetzliche Vorgabe zustimmen.

„Ich werde mich dafür aussprechen. Wir brauchen das Signal, dass Frauen für Führungsaufgaben gesucht werden und zu finden sind“, sagte u.a. die FDP-Politikerin Sibylle Laurischk. Auch andere FDP-Frauen würden den Gesetzesentwurf unterstützen, wollen sich aber nicht öffentlich äußern. Die CDU-Abgeordnete Rita Pawalski habe ihre Unterstützung ebenso bekräftigt und von mehreren Gleichgesinnten berichtet. Die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär sagte: „Ich bin nach wie vor für die gesetzliche Quote.“ Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), ebenfalls eine Befürworterin, wolle erst kurz vor der namentlichen Abstimmung sagen, wie sie sich entschieden habe.

Der Entwurf aus Hamburg sieht eine feste Frauenquote in Aufsichtsräten vor. Er steht am kommenden Donnerstag im Bundestag auf der Tagesordnung. Im Bundesrat war er mit Unterstützung der CDU-geführten Länder Thüringen und Saarland beschlossen worden. Um das Gesetz im Bundestag zu verabschieden, müssten insgesamt 21 Abgeordnete aus dem schwarz-gelben Regierungslager mit der Opposition stimmen.

Weitere Informationen unter

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/44022678_kw16_sp_aufsichtsraete/index.html

Studie: European Board Diversity Analysis 2012

Zum fünften Mal seit 2004 hat das Schweizer Unternehmen Egon Zehnder International die Zusammensetzung von Aufsichtsräten und Vorständen der größten europäischen Unternehmen untersucht.

Bei der Besetzung von Spitzengremien mit Frauen können deutsche Unternehmen einen starken Anstieg verzeichnen. Hierzulande sind Mitte 2012 insgesamt 12,8 Prozent der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder weiblich (2010: 8,7 Prozent), in Europa sind es 15,6 Prozent (2010: 12,2 Prozent). Damit liegt der Anstieg in Deutschland prozentual über dem EU-Schnitt (47,1 Prozent im Vergleich zu 27,1 Prozent in Europa, Zeitraum: 2010-2012).

Besonders deutlich ist der Zuwachs bei Neubesetzungen in den letzten zwölf Monaten: 40,7 Prozent aller neuen Führungspositionen sind in Deutschland mit Frauen besetzt worden (im Vergleich zu 30,8 Prozent in Europa).

Egon Zehnder: Mehr Frauen in operativen Positionen notwendig

Ein anderes Bild ergibt sich bei Vorstandsposten. Zwar kann auch hier ein Wachstum verzeichnet werden, allerdings bleibt der Anteil von Frauen im operativen Management auf niedrigem Niveau: 4,5 Prozent der untersuchten Unternehmen haben Frauen im Vorstand (2010 waren es 2,3 Prozent), im Vergleich zu 4,8 Prozent im EU-Schnitt (2010: 4,2 Prozent).

Die vollständige Studie European Board Diversity Analysis 2012 und weiterführende Informationen finden Sie unter http://www.egonzehnder.com/de/clientservice/boardconsulting/publications/publication/id/17500791

Steinbrück verlässt Thyssenkrupp-Aufsichtsrat

 

Berlin (Reuters) – SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gibt sein Aufsichtsratsmandat bei ThyssenKrupp ab.

Den Posten beim größten deutschen Stahlkonzern werde er aufgeben, damit es nicht zu Interessenkonflikten komme und „ich auch selber nicht ins Zwielicht gerate“, sagte Steinbrück am Montag in Berlin. Kurz zuvor hatte ihn der SPD-Parteivorstand einstimmig zum Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Bundestagswahl 2013 nominiert. Aufseher beim ThyssenKrupp ist der 65-Jährige seit dem 21. Januar 2010. Für diese Tätigkeit erhielt er im Geschäftsjahr 2010/11 nach Konzernangaben eine Vergütung von rund 67.000 Euro. [mehr..]

 

Cromme erwägt Rückzug aus Siemens-Aufsichtsrat

München (dapd-bay). Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme erwägt einem Zeitungsbericht zufolge seinen Abschied aus dem Kontrollgremium des Münchner Konzerns. Momentan würden alle Möglichkeiten erörtert, berichtete die “Süddeutsche Zeitung” (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Cromme sei “offen für einen Abschied”. Im Falle einer abermaligen Kandidatur für das Gremium werde er wohl nicht die volle Amtszeit über fünf Jahre absolvieren.

Cromme gilt als aussichtsreicher Nachfolgekandidat von Berthold Beitz an der Spitz der einflussreichen Krupp-Stiftung.

dapd

Heidelberger: Gelddruckmaschine für den Aufsichtsrat

Der MDAX-Absteiger Heidelberger Druckmaschinen macht seit Jahren Verlust. Aber die Aufsichtsräte wollen ihre Bezüge erhöhen – dem Chefkontrolleur winkt sogar dreimal so viel wie bisher, das geht aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervor.

Bisher erhält ein einfaches Mitglied 18.000 Euro Festgehalt und eine dividendenabhängige Variable. Nur gibt es seit vier Jahren keine Ausschüttung mehr, und auch für das laufende Geschäftsjahr 2012/13 werden abermals keine Gewinne prognostiziert.

Künftig soll ein Aufsichtsrat 40.000 Euro erhalten, die variable Komponente von zuletzt null entfällt. Der Aufsichtsratschef profitiert überproportional, weil sich zusätzlich der Faktor für diese Funktion erhöht: Er streicht dann das Drei- statt das Zweifache vom Normalsatz ein: 120.000 Euro statt zuletzt 36.000 Euro. Chefkontrolleur ist Robert Koehler, hauptberuflich Chef von SGL Carbon.

Lesen Sie den vollständigen Artikel der FTD unter http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:heideldruck-gelddruckmaschine-fuer-den-aufsichtsrat/70067025.html