Machtkampf um Aufsichtsratsposten bei Deutscher Bank

Zwei überraschende Kandidaten bewerben sich bei der Deutschen Bank um den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat. Verdi will mehr Einfluss, nun kommt es zum Machtkampf auf der Seite der Arbeitnehmer.

Berlin/DüsseldorfMitte September bereits hatte Frank Bsirske seinen Hut in den Ring geworfen. Der Verdi-Chef will bei der Aufsichtsratswahl 2013 der Deutschen Bank den stellvertretenden Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen. Seit Mittwoch hat der Bankenkritiker Bsirske jedoch einen Gegenspieler. Mit Stephan Szukalski, Vorsitzender des Deutschen Bankangestellten-Verbands (DBV), kandidiert ein weitere mächtiger Gewerkschaftsfunktionär für den Vize-Posten und Aufsichtsratschef Paul Achleitner. [mehr …]

EX-Arcandor-Chef Eick verlässt Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Mit Karl-Gerhard Eick verlässt ein bekannter Kopf den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Während die Bank einen Nachfolger suchen muss, bleibt der Ex-Arcandor-Chef auch weiterhin gut beschäftigt.

Frankfurt/M. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank verliert im kommenden Jahr einen prominenten Kopf. Karl-Gerhard Eick, Ex-Finanzchef der Deutschen Telekom, will im Mai 2013 nicht mehr antreten, wenn das Kontrollgremium von Deutschlands größter Bank neu gewählt wird und sein Mandat ausläuft. [mehr…]

 

Machtkampf im Aufsichtsrat: Verdi-Chef Bsirske vergrault Deutsche-Bank-Aufseherin

 

Die stellvertretende Aufsichtsratschefin Karin Ruck stellt sich 2013 nicht mehr zur Wahl. Verdi-Chef Frank Bsirske hat ein Auge auf ihren Posten geworfen. Seine Gewerkschaft will ihren Einfluss auf die Bank ausbauen. von Jenny Genger (ftd)

Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Karin Ruck, zieht sich im Machtkampf um ihren einflussreichen Posten zurück. Die 47-jährige Arbeitnehmervertreterin werde sich im kommenden Jahr aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellen, teilte die Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten-Verband (DBV) am Dienstag mit. Ruck gehört der kleinen Organisation an, die beim größten deutschen Geldinstitut bislang eine starke Stellung hat.

Diese Position macht ihr aber nun die mächtige Arbeitnehmerorganisation Verdi streitig. Gewerkschaftsboss Frank Bsirske, 60, kandidiert bei der anstehenden Aufsichtsratswahl selbst für das Amt des Vizekontrolleurs an der Seite des neuen Aufsichtsratschefs Paul Achleitner – zu dem er ohnehin einen guten Draht haben soll. Bsirske sitzt bereits seit 2010 im Aufsichtsrat der Konzerntochter Postbank. Seit der vollständigen Übernahme gehören die 19.000 Mitarbeiter zur Deutschen Bank. Bei der Postbank ist Verdi traditionell stark vertreten; 70 Prozent der Mitarbeiter sind Verdi-Mitglieder – bei keinem anderen Kreditinstitut in Deutschland ist der Organisationsgrad höher. Bei der Deutschen Bank ist er bislang so gering, dass Verdi keine Zahlen nennt. [mehr…]

Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:machtkampf-im-aufsichtsrat-verdi-chef-bsirske-vergrault-deutsche-bank-aufseherin/70095611.html

 

Machtkampf im Aufsichtsrat: Verdi will Deutsche Bank entern

Gewerkschaftschef Frank Bsirske baut seinen Einfluss auf die Deutsche Bank systematisch aus. Verdi schielt auf Posten im Aufsichtsrat: Bis 2013 will die Gewerkschaft sechs statt wie bisher vier Arbeitnehmervertreter stellen. 

Berlin / Frankfurt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi entwickelt sich zum mächtigen Gegenspieler der neuen Deutsche-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshuman Jain innerhalb des Konzerns. Spätestens zu den Aufsichtsratswahlen 2013 will Verdi seinen Einfluss im Konzern vergrößern. Dann will die Gewerkschaft sechs der insgesamt zehn Arbeitnehmersitze im Topgremium des DAX-Konzerns besetzen. Bisher hat sie vier Sitze inne. [mehr…]

Quelle: FTD – Tim Bartz (Frankfurt), Kai Beller (Berlin) und Sven Oliver Clausen (Hamburg)

Aufsichtsrat der Deutschen Bank trotz massiver Kritik entlastet

Berlin/Frankfurt/M. – Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wurde trotz massiver Kritik der Anteilseigner entlastet. 77,74 Prozent der Aktionäre sprachen dem Kontrollgremium ihr Vertrauen aus, wie das Geldinstitut am späten Donnerstagabend mitteilte.

Aufsichtsratschef Clemens Börsig hatte die Hauptversammlung am Donnerstag zum letzten Mal geleitet. Viele Aktionäre waren in der Vergangenheit von Börsigs vergeblichen Anläufen, die Nachfolge von Vorstandschef Josef Ackermann zu regeln, verstimmt. Insbesondere die mangelnde Führungs- udn Kontrollfunktion sowie die quälende Suche nach einem Nachfolger für den Josef Ackermann hat zu einer tiefen Kluft innerhalb des Vorstands geführt. Es gab daher auf der Hauptversammlung etliche Gegenanträge von Aktionärsvertretern, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

Auch das in der öffentlichen Kritik stehende Vergütungsmodell segneten die Aktionäre mit großer Mehrheit ab.

Mit der Hauptversammlung übergab der Vorstandschef Josef Ackermann den Stab an seine beiden Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen, der neue Aufsichtsratschef ist Paul Achleitner.

Hermes: Deutsche-Bank-Aufsichtsrat hat in Kernaufgaben versagt

An diesem Donnerstag findet die Hauptversammlung der Deutschen Bank statt und der scheidende Aufsichtsratschef Clemens Börsig gerät immer stärker unter Druck. Die britische Fondsgesellschaft Hermes fordert vom künftigen Aufsichtsratschef der Deutschen Bank Paul Achleitner nach Angaben des „SPIEGEL“ eine Evaluierung des Aufsichtsrates durch externe Berater. Der Aufsichtsrat hat in einigen seiner Kernaufgaben versagt“, sagte Hirt dem Nachrichtenmagazin.

Die britische Fondsgesellschaft Hermes besitzt mehr als 0,5 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank und beabsichtigt Aufsichtsratschef Börsig sowie die weiteren Kontrolleure nicht zu entlasten. Das gelte für die Suche nach einem Nachfolger für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und den später aufgegebenen Plan, ihn zum Aufsichtsratschef zu machen. Zum 01.06.2012 wird die Deutsche Bank von der Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen geführt.

Hermes kritisiere weiterhin das Vergütungssystem und die „fehlende Nachhaltigkeit in der Kultur und Strategie“ des Kreditinstituts. Die Gehälter seien, nach Hermes-Angaben, oft zu hoch und unzureichend am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. Derzeit gingen etwa 40 Prozent der Umsätze an das Personal. Es gebe unter den britischen Anteilseignern erhebliche Zweifel, ob der umfangreiche Verhaltens- und Ethikkodex des deutschen Kreditinstituts, im täglichen Geschäft ausreichend Relevanz erfährt.