Vorschläge für Kodexänderungen 2013 veröffentlicht

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat Formulierungsvorschläge für Änderungen am Kodex für börsennotierte deutsche Aktiengesellschaften veröffentlicht.

Enthalten sind unter anderem Vorschläge zur Verschlankung und besseren Lesbarkeit des Kodexes, Empfehlungen zur Vorstandsvergütung für mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit sowie Regelungen zu unternehmensspezifischer Deckelung der Gesamtbezüge.

Die interessierte Öffentlichkeit kann die vorgeschlagenen Anpassungen bis zum 15. März 2013 schriftlich kommentieren. Pressemitteilung, Änderungsvorschläge sowie Aufruf zur Kommentierung stehen auf der Homepage der Regierungskommission zur Verfügung. Weiterführende Informationen unter www.corporate-governance-code.de/ger/news/

 

Ernst&Young Studie: Mixed Leadership hat positiven Einfluss auf Unternehmensperformance

Der Anteil an Frauen im Spitzengremium der 290 untersuchten börsennotierten Unternehmen Europas ist zwischen 2005 und 2010 von 5 auf 8 % gestiegen. Dennoch haben 58 % der Unternehmen in 2010 ein rein männlich besetztes Vorstandsgremium. Und dies, obwohl sich Unternehmen mit weiblicher Vertretung im Spitzengremium bei den Kennziffern „Umsatz“ und „Gewinn“ im Zeitraum 2005 bis 2010 besser entwickelt haben als Unternehmen ohne.

Ernst&Young hat den Einfluss auf die Unternehmensperformance gemischter Führungsteams genauer untersucht untersucht. Die Ergebnisse finden Sie unter Ernst&Young: Mixed Leadership 2012 

WOMEN-ON-BOARD-INDEX

Women-On-Board-Index der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR)

11 Jahre nach der Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, und 3 Jahre nach der Aufnahme der Forderung nach mehr Vielfalt in den Deutschen Corporate Governance Kodex liegt der kumulierte Zuwachs von Frauen in Führungspositionen bei 9,7 Prozent (Stand 14.10.2012). Von derzeit insgesamt 1638 Aufsichtsräten der DAX, MDAX, SDAX und TecDAX-Unternehmen sind derzeit lediglich 251 weiblich (15,32%) besetzt. 51 (31,9 Prozent) der 160 untersuchten Unternehmen haben keine einzige Frau im Aufsichtsrat.

Die vollständige Studie finden Sie unter http://www.fidar.de/webmedia/documents/wob-index/121014_WoB-Index_III_Internet.pdf

Diversität im Aufsichtsrat

Die Aufsichtsräte deutscher Unternehmen haben sich im vergangenen Jahrzehnt spürbar verändert. Dies geht aus der aktuellen Studie „Diversität im Aufsichtsrat“ vom Frankfurter Ökonomen Christian Rieck hervor.

Abstract der Studie
Die vorliegende Studie untersucht empirisch die Zusammensetzung der Aufsichtsräte der DAX30-Unternehmen für die Jahre 2001 und 2011. Hierfür wurden öffentlich verfügbare Lebensläufe ausgewertet und eine Datenbank mit allen Aufsichtsratspositionen und –personen angelegt. Hierbei wurden sowohl demographische als auch biographische Merkmale erfasst, um die jeweilige Bildungshistorie und den beruflichen Werdegang untersuchen zu können. Die Auswertung erfolgt detailliert im Querschnitt für das Jahr 2011 und im Längsschnitt für die Änderungen zwischen den beiden Erhebungsjahren. Es zeigt sich, dass Arbeitnehmervertreter deutlich schlechter qualifiziert sind und nach verschiedenen Maßen eine geringere Diversität aufweisen als die Anteilseignervertreter. Unter den Anteilseignervertretern sind Ausländer gemessen an der Gesamtbevölkerung deutlich überrepräsentiert. Ebenso besteht unter den Anteilseignervertretern eine breite Abdeckung verschiedener Qualifikationen, weil viele der Einzelpersonen verschiedenartige berufliche Erfahrungen aufweisen. Der Frauenteil unter den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat hat sich seit 2001 verachtfacht, befindet sich aber mit 11% auf niedrigem Niveau. Die Daten deuten darauf hin, dass etwa seit vier Jahren Frauen verstärkt berufen wurden und dass sie auch bei geringerer Qualifikation berufen werden als Männer.

Die vollständige Studie finden Sie unter Working Paper Aufsichtsrat Studie 2012

Viviane Reding: Die Quote der Vernunft

Mit einer flexiblen Verfahrensquote will die EU-Kommission den Frauenanteil in den Unternehmensspitzen signifikant steigern. Die weiblichen Talente sind da – sie müssen nur gefördert werden. In der „Welt“ stellt Viviane Reding, EU-Justizkommissarin und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Ihren Standpunkt zur aktuellen Debatte zur Frauenquote vor. 

Das Thema mobilisiert. Und es polarisiert. Dabei sind sich fast alle Befürworter und Gegner in einem entscheidenden Punkt längst einig: Wir brauchen mehr Frauen in den Spitzenpositionen der Wirtschaft. Reding warnt vor Quotenfrauen, die nur aufgrund ihres Geschlechtes, aber nicht wegen ihres Könnens an die Spitze gerufen werden. Der Prozess bedarf keiner aggressiven Regulierung , sondern vernünftige Resultate.

Der Vorschlag der EU-Kommission ebne einen Weg für eine deutliche Stärkung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Wirtschaft, der zugleich der nationalen Politik in den Mitgliedsstaaten wie den betroffenen Unternehmen erhebliche Spielräume bei der Umsetzung lässt.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter http://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article111869812/Die-Quote-der-Vernunft.html

 

Dr. Werner Grebe (Foto: DB AG/Marc Darchinger)

Bundesverband Deutscher Compliance Officer (BDCO) gestartet

In Frankfurt/M. wurde der Bundesverbands Deutscher Compliance Officer (BDCO) ins Leben gerufen. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Dr. Werner Grebe, Chief Compliance Officer der Deutschen Bahn. Darüberhinaus sind auch Rechtsanwälte aus unterschiedlichen Kanzleien Teil des künftigen Vorstands. Keimzelle des neuen Verbands ist der Frankfurter Compliance-Kreis.

Der Verband wird für alle Wirtschaftsbranchen zugänglich sein und hat zum Ziel, den industrieübergreifenden Austausch zu fördern. Der BDCO versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Verbänden, sondern will den Austausch mit ihnen suchen. Mitglieder können individuelle Compliance Officer sein, aber auch ganze Unternehmen, die Compliance fördern oder sich informieren wollen.

Die offizielle Gründungsversammlung des BDCO wird noch im November stattfinden.

Ergebnisse der 11. Panel-Befragung zu Personalfragen im und für den Aufsichtsrat erschienen

Berlin/Düsseldorf. Heute sind die Ergebnisse der 11. Aufsichtsrats-Panel-Befragung der Zeitschrift „Der Aufsichtsrat“ in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO erschienen. Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung sind:

  • Aufsichtsräte beschäftigen sich zunehmend mit Personalangelegenheiten, die den Vorstand und die Aufsichtsgremien selbst betreffen und ziehen immer häufiger  Personalberater hinzu, um die Aufsichtsräte bei der Suche nach geeigneten Vorstandsmitgliedern zu unterstützen
  • Kompetenz und Struktur des Vorstands stehen im Vordergrund
  • Vorstandsangelegenheiten sind auch praktisch zunehmend Plenumssache
  • Zusammensetzung der Aufsichtsratsgremien werden als verbesserungsbedürftig bewertet
  • Differentierte Haltung zu aktuellen Corporate-Governance-Fragen

Die Presseinformation und weitergehende Informationen zur Befragung finden Sie unter http://www.aufsichtsrat.de/pdf/PM_Aufsichtsrats-Panel_11.pdf

 

Die “persönlichen und geschäftlichen Beziehungen” des Aufsichtsratskandidaten

Im Herbst muss das Frühjahr vorbereitet werden. Die Rede ist nicht vom Gärtner, sondern vom Planer der Hauptversammlung 2013. In der kommenden Saison sind zahlreiche neue Aufsichtsräte zu wählen. Wer sind die Kandidaten? Anders als im politischen Wahljahr 2013 gibt es, von Ausnahmen abgesehen, keinen Wahlkampf um das Amt. Dennoch wollen und sollen die Aktionäre wissen, wen sie in das Gremium bestellen. Von Gesetzes wegen sind Name, ausgeübter Beruf und Wohnort mitzuteilen (§ 124 Abs. 3 AktG). Bei börsennotierten Gesellschaften kommen noch Angaben über Mitgliedschaften in anderen Aufsichtsräten dazu (§ 125 Abs. 1 AktG). Damit gewinnt man ein ungefähres, aber noch bruchstückhaftes Bild vom künftigen Mandatsträger. Der Deutsche Corporate Governance Kodex hat das Defizit erkannt und empfiehlt seit Juni 2012: „Der Aufsichtsrat soll bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung die persönlichen und die geschäftlichen Beziehungen eines jeden Kandidaten zum Unternehmen, den Organen der Gesellschaft und einem wesentlich an der Gesellschaft beteiligten Aktionär offen legen.“ Diese Empfehlung Nr. 5.4.1 hat es in sich, denn was sind wohl „persönliche und geschäftliche Beziehungen“? [mehr …]

Quelle: Handelsblatt

 

Machtkampf um Aufsichtsratsposten bei Deutscher Bank

Zwei überraschende Kandidaten bewerben sich bei der Deutschen Bank um den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat. Verdi will mehr Einfluss, nun kommt es zum Machtkampf auf der Seite der Arbeitnehmer.

Berlin/DüsseldorfMitte September bereits hatte Frank Bsirske seinen Hut in den Ring geworfen. Der Verdi-Chef will bei der Aufsichtsratswahl 2013 der Deutschen Bank den stellvertretenden Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen. Seit Mittwoch hat der Bankenkritiker Bsirske jedoch einen Gegenspieler. Mit Stephan Szukalski, Vorsitzender des Deutschen Bankangestellten-Verbands (DBV), kandidiert ein weitere mächtiger Gewerkschaftsfunktionär für den Vize-Posten und Aufsichtsratschef Paul Achleitner. [mehr …]

Aufsichtsratsexperte Morten Huse erhält Lehrstuhl

Der Norweger besetzt ab sofort den Reinhard-Mohn-Stiftungslehrstuhl für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und gesellschaftlichen Wandel an der Universität Witten/Herdecke.

Prof. Morten Huse (58) ist neuer Inhaber des Reinhard-Mohn-Stiftungslehrstuhls für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und gesellschaftlichen Wandel an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Zuvor war er an der BI Norwegian Business School tätig und gilt als international renommierter Experte für Management- und Aufsichtsratsfragen. Bis Juni 2012 fungierte Prof. Huse als Präsident der European Academy of Management.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Themen Verhalten in Aufsichtsräten, Frauen in Aufsichtsräten sowie Hochschulpolitik und die Entwicklung von wissenschaftlichen Standards.

„Mich interessiert vor allem die menschliche Seite der Corporate Governance“, erläutert Prof. Huse. Seine Publikation „Board, Governance and Value Creation“ gilt als international anerkanntes Lehrbuch. Auch beim Thema Frauen in Aufsichtsräten und dazugehörigen gesetzlichen Regelungen gilt der Norweger als internationaler Fachmann. „Hier arbeite ich zusammen mit Aktivisten, Parlamenten und Unternehmen aus der ganzen Welt.“ Zum Thema Hochschulpolitik sagt er: „Mich interessiert einfach, wie die Zukunft der akademischen Lehre und Forschung aussehen wird. Aus diesem Grund habe ich mich auch in der European Academy of Management engagiert.“

Neben der Lehre wird sein Hauptaugenmerk auch in Witten der Forschung gelten. „Das ist mir sehr wichtig“, so Prof. Huse. „Ich möchte damit den Kollegen, der Wirtschaft und der Gesellschaft etwas zurückgeben, und zwar auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.“

Quelle: idw