Frauen in Aufsichtsräten und Führungspositionen der Wirtschaft

Es gibt unterschiedliche Modelle um eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Wirtschaft zu gewährleisten, wie die Beispiele des Bundes und der Europäischen Kommission zeigen:

Das Bundesfamilienministerium möchte mit der sog. Flexi-Quote den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen, deren Höhe jedoch die Unternehmen selbst festlegen und die sie öffentlich machen zusammen mit dem Zeitpunkt, bis zu dem die angestrebte Quote erreicht werden soll.

Die Europäische Union verfolgt ein anderes Modell: Danach soll die Frauenquote für leitende Stellungen in börsennotierten Unternehmen bis 2015 30 % und bis 2020 40 % betragen. Anfang letzen Jahres forderte EU-Kommissarin Reding börsennotierte Unternehmen auf, das Dokument Women on the Board Pledge for Europe zu unterzeichnen und sich freiwillig zu verpflichten, mehr Frauen in die Führungsetagen zu bringen. Aktuell wirbt die Europäische Union aktiv für dieses Anliegen.

Compliance als Wettbewerbsvorteil

Lange Zeit herrschte bei dem Thema und Begriff „Compliance“ in Unternehmen eine defensive Haltung vor. Dabei war die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben („Compliance“) schon immer Pflicht. Spektakuläre Strafen, verschärfte nationale und internationale Gesetze sowie eine aufmerksamere Medienberichterstattung haben dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Regelkonformität zu schärfen.

Es gibt Unternehmen, die operativ einen Gewinn vorweisen konnten, wegen eines Compliance-Bußgelds aber einen Jahresfehlbetrag verbuchen mussten. Anderen Unternehmen hätte das für eine Kartellabsprache verhängte Bußgeld von 10 % des Konzern-Jahresumsatzes das Genick gebrochen, hätte die EU-Kommission nicht eine Abmilderung des Bußgelds zur Überlebenssicherung gewährt.

Compliance als Aktivposten und Identifikationsfaktor
Warum „Compliance“ nicht als Aktivposten einsetzen? Vertrauen ist die Basis für nachhaltige Umsätze – z. B. in Branchen, in denen mit Kundengeldern oder personenbezogenen Nutzerdaten gearbeitet wird. Kunden legen zunehmend Wert darauf, dass das Unternehmen nicht in illegale Geschäfte verwickelt ist. Und auch die eigenen Mitarbeiter identifizieren sich weit stärker mit einem „sauberen“ Unternehmen.

„Mitarbeiter, die nach außen unredlich sind und mit Bestechungszahlungen Aufträgen nachhelfen, werden sich auch gegenüber ihrem eigenen Arbeitgeber im Zweifel nicht korrekt verhalten“, stellte der Geschäftsführer eines Mittelständlers fest. Seitdem in diesem Unternehmen strikte Compliance-Vorgaben umgesetzt wurden, ließen auch die Inventurdifferenzen im eigenen Lager messbar nach.

Aktives Compliance-Verständnis
Ein aktives Compliance-Verständnis bei der Unternehmensleitung und bei den Mitarbeitern bindet Kunden langfristig, vermeidet Folgekosten von Verstößen, mehrt den Ruf des Unternehmens und fördert so letztendlich Umsätze. Investoren sind eher bereit, in ein Unternehmen mit hohem Stellenwert von Compliance zu investieren, weil die Risiken von spektakulären Sanktionen vermindert werden. Banken gewähren solchen Unternehmen leichter Fremdkapital. Die Finanzierungskosten sind also geringer. Die Prämien für die Haftpflichtversicherung für Unternehmensleiter (sog. D&O-Versicherung) fallen günstiger aus.

Compliance kann also auch einen finanziellen Mehrwert schaffen. Studien belegen übrigens, dass die Kosten für Non-Compliance höher sind als der Aufwand zur Sicherung der Compliance.

Maßnahmen zur Nutzung von Compliance als Wettbewerbsvorteil
Welche Maßnahmen bieten sich konkret an, um über den finanziellen Vorteil hinaus aus Compliance einen Wettbewerbsvorteil zu ziehen?

Unternehmen können zunächst die umgesetzten Compliance-Maßnahmen intern und extern aktiv kommunizieren. In Standard-Präsentationen kann die eingerichtete Compliance-Organisation dargestellt werden. Ferner kann in Marketingaktionen und bei der Kundenkommunikation auf das hohe Niveau hingewiesen werden, welches das Unternehmen bei Compliance-Themen anstrebt.

Und schließlich kann ein Unternehmen das eingerichtete Compliance Management System durch einen neutralen Dritten zertifizieren lassen. Ein Compliance-Zertifikat kann das Haftungsrisiko wegen einer behaupteten Verletzung der Organisations- und Aufsichtspflicht vermindern, die Chancen auf den Zuschlag bei einer öffentlichen Ausschreibung erhöhen und Geschäftspartnern als Nachweis vorgelegt werden.

All dies kann einen Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger compliance-orientierten Unternehmen darstellen und einen Mehrwert schaffen.

Dr. Tilman Eckert, Entwickler der Compliance Care Self-Assessments für Unternehmen

Machtkampf im Aufsichtsrat: Verdi-Chef Bsirske vergrault Deutsche-Bank-Aufseherin

 

Die stellvertretende Aufsichtsratschefin Karin Ruck stellt sich 2013 nicht mehr zur Wahl. Verdi-Chef Frank Bsirske hat ein Auge auf ihren Posten geworfen. Seine Gewerkschaft will ihren Einfluss auf die Bank ausbauen. von Jenny Genger (ftd)

Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Karin Ruck, zieht sich im Machtkampf um ihren einflussreichen Posten zurück. Die 47-jährige Arbeitnehmervertreterin werde sich im kommenden Jahr aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellen, teilte die Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten-Verband (DBV) am Dienstag mit. Ruck gehört der kleinen Organisation an, die beim größten deutschen Geldinstitut bislang eine starke Stellung hat.

Diese Position macht ihr aber nun die mächtige Arbeitnehmerorganisation Verdi streitig. Gewerkschaftsboss Frank Bsirske, 60, kandidiert bei der anstehenden Aufsichtsratswahl selbst für das Amt des Vizekontrolleurs an der Seite des neuen Aufsichtsratschefs Paul Achleitner – zu dem er ohnehin einen guten Draht haben soll. Bsirske sitzt bereits seit 2010 im Aufsichtsrat der Konzerntochter Postbank. Seit der vollständigen Übernahme gehören die 19.000 Mitarbeiter zur Deutschen Bank. Bei der Postbank ist Verdi traditionell stark vertreten; 70 Prozent der Mitarbeiter sind Verdi-Mitglieder – bei keinem anderen Kreditinstitut in Deutschland ist der Organisationsgrad höher. Bei der Deutschen Bank ist er bislang so gering, dass Verdi keine Zahlen nennt. [mehr…]

Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:machtkampf-im-aufsichtsrat-verdi-chef-bsirske-vergrault-deutsche-bank-aufseherin/70095611.html

 

Siemens: Aufsichtsrat stimmt Aktienrückkauf zu

Berlin / München – Der Vorstand der Siemens AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats einen Aktienrückkauf in einem Volumen von bis zu 3 Mrd. Euro beschlossen.

Wie der Technologiekonzern am Freitag mitteilte, dient der Rückkauf, der in der Zeit bis spätestens zum 30. Dezember 2012 erfolgen soll, den Zwecken der Einziehung und Kapitalherabsetzung, der Ausgabe an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und der Bedienung von Wandel- / Optionsschuldverschreibungen.

Ferner hat der Vorstand die Einziehung von rund 33 Millionen Stück eigenen Aktien beschlossen. Dadurch wird das Grundkapital von derzeit rund 914 auf 881 Millionen Aktien herabgesetzt werden.

Quelle: www.aktiencheck.de

Compliance: Gratwanderung zwischen Dankeschön und Bestechung

Berlin/München. Seit dem Siemens-Bestechungsskandal ist der Kampf gegen Korruption in der deutschen Wirtschaft oberstes Gebot. Mit ihren Regeln für gute Unternehmensführung schießen einige Firmen aber übers Ziel hinaus. Muss jede Einladung zum Kaffee nun genehmigt werden?

Lesen Sie den vollständigen Artikel unter http://www.n-tv.de/ticker/Beruf/Compliance-Wahnsinn-nervt-Firmen-Gratis-Kaffee-noch-ok-article6769271.html