Opel-Aufsichtsrat tagt am Dienstag: Thomas Sedran soll neuer Chef werden

Das Kontrollgremium berät beim angeschlagenen Autobauers über einen neuen Chef. Unterdessen scheidet nach Karl-Friedrich Stracke ein weiterer Top-Manager aus dem Konzern aus.

Nach dem Wechsel an der Spitze von Opel soll der Aufsichtsrat des angeschlagenen Autobauers am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Das Kontrollgremium werde morgen über die weitere Strategie zur Rettung von Opel beraten, berichtete die „Bild“-Zeitung am Wochenende. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge soll der Aufsichtsrat bei seinem Treffen einen kommissarischen Vorstandschef küren, der Interimschef Stephen Girsky an der Spitze des Unternehmens ablöst.

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hatte vergangene Woche mitten im Überlebenskampf des Autobauers seinen Hut nehmen müssen. Mehrere Zeitungen berichteten daraufhin, Strategiechef Thomas Sedran habe die besten Chancen, Stracke zu beerben. Auch Produktionschef Peter Thom wurde als aussichtsreicher Kandidat genannt.

Quelle: Financial Times Deutschland

Vom Vorstand in den Aufsichtsrat – Gesetzesentwurf über zwei Jahre cooling off in Österreich

Mit einem im europäischen Vergleich sehr scharfen Gesetz soll Ex-Vorständen der Weg ins Kontrollgremium zwei Jahre lang komplett versperrt sein

Nach dem Corporate Governance-Kodex soll in Übereinstimmung mit einer Empfehlung der EU-Kommission bei der Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes eine zweijährige Cooling-off-Phase eingehalten werden. Diese unverbindliche Regel will jetzt in Österreich ein Gesetzesentwurf durch eine weit schärfere Norm ersetzen: Künftig soll jeder Wechsel in den Aufsichtsrat einer börsennotierten AG innerhalb von zwei Jahren unzulässig sein. Anders als in Deutschland ist der Wunsch der Aktionäre, einen Ex-Vorstand in das Kontrollgremium zu berufen, irrelevant.

Der Entwurf sieht noch eine weitere Beschränkung vor: Wer strafgerichtlich verurteilt ist, scheidet künftig als Aufsichtsrat aus, dies aber nur, wenn die Verurteilung „die berufliche Zuverlässigkeit in Frage stellt“. Eine Aufzählung der einschlägigen Delikte enthält der Entwurf leider nicht. Er wird folglich Anfechtungsprozesse mit zweifelhaftem Ausgang provozieren. Eindeutig – und tröstlich – ist aber, dass die Neuregelung im Zusammenspiel mit den laufenden Ermittlungen den Aufsichtsrat tendenziell von Politikern freihalten dürfte.

Quelle: Stefan Müller, Rechtsanwalt

Nach Rekordlohn für Winterkorn: McAllister will VW-Vorstandsgehälter diskutieren

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sieht den Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen als geeignetes Gremium für eine Debatte um die Gehaltsstruktur der VW-Spitze. „Fragen der künftigen Ausgestaltung von erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteilen gehören in das Präsidium sowie in den Aufsichtsrat und nicht in die Öffentlichkeit“, sagte er dem Handelsblatt.

McAllister ist der erste Vertreter der Kapitalseite, der eine Diskussion über Veränderungen anspricht. Das Land hält gut 20 Prozent der VW-Stammaktien und verfügt über zwei Sitze im Kontrollgremium des Konzerns. Die Einkünfte von Volkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn für das Jahr 2011 in Höhe von mehr als 16,5 Millionen Euro haben eine Debatte um die Deckelung von Vorstandsgehältern ausgelöst. Winterkorn bekommt aufgrund des unerwartet großen VW-Erfolges für das vergangene Jahr das höchste Einkommen, das jemals ein Vorstandschef eines Dax-Unternehmens bezogen hat. Die Arbeitnehmerbank verteidigt das Rekordgehalt, hat aber ebenfalls Veränderungsbedarf erkennen lassen. Weiterlesen