Stephan Koß

Über Vertrauen und neues Arbeiten

Intro

Gerade um das Thema „NewWork“ ranken sich viele Ideen und Werkzeuge. Kein Tag vergeht, ohne Einladungen zu „Design Sprints“, die Leute rotten sich zu „Dailies“ zusammen und man ist überall „agil„. Das Thema ist so allgegenwärtig, dass sogar das Hamburger Unternehmen XING danach benannt hat. Letztens fragte jemand, was denn das wichtigste Tool sei. Ich meine: Vertrauen!

Vertrauen…

Eigentlich ist es schade, dass man das so hervorheben muss. In den Organisationsstrukturen ist mittlerweile ein vor allem durch das mittlere Management getriebene Misstrauen angewachsen. Das hat nichts mit der Unfähigkeit der einzelnen Personen zu tun, sondern, dass genau die Fähigkeiten im Micromanagement gefördert werden.

Um Neues auszuprobieren, gilt es, Vertrauen zu fördern, in vielen Fällen neu zu etablieren. Das kann aber nicht nur das mittlere Management nicht alleine leisten. Vertrauen muss von oben gefördert und gefordert werden. Dazu gehört, den Projekt- oder Bereichsleiter nicht zu jedem Zeitpunkt sprechfähig zu fordern. Er muss nicht zu jedem Zeitpunkt wissen, er muss die Informationen beschaffen können.

Umgekehrt müssen die Mitarbeiter auch so weit vertrauen, dass sie bei Problemen selbstständig auf ihren Projektleiter oder Führungskraft zugehen, ohne gleich Restriktionen zu befürchten.

Dazu gehört auch, empathische Werte zu fördern. Beste Gegenbeispiel ist eine Führungskraft, die rhetorisch fragt „Er möchte auf eine einfache Frage eine einfache Antwort, ja oder nein“. Damit delegiert er Entscheidungen auf eine Ebene, die das wiederum nicht möchte.

Die Tools und Werkzeuge dahinter sind sekundär: Man kann vieles tun und ausprobieren, was man auch sollte. Einiges wird sinnvoll sein, einiges auch Müll. Was davon, kann man nur in der Organisationsstruktur individuell entscheiden und am Besten, unter zu Hilfename der Mitarbeiter.

Das Vertrauen muss durch das Top- oder Seniormanagement jedoch vorgelebt werden. Wenn die Führungskräfte selber mit Misstrauen kämpfen, schlägt das durch die verschiedene Hierarchieebenen durch. Die Werkzeuge dahinter sind Mode und zu großen Teil egal. Im Epizentrum steht: Wieder mehr zu Vertrauen, zu Führungskräften, zu Projektleitern, aber auch zu Mitarbeitern.

Wie man mit toxischen Führungskräften umgeht in diesem Zusammenhang, erscheint mir auch schwierig.

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