Machtkampf beim BdV: Beriebsrat zeigt Aufsichtsrat wegen Untreueverdacht an

Beim Bund der Versicherten (BdV), mit 52.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung Deutschlands für Versicherte, hat der Betriebsrat Strafanzeige gegen den kompletten Aufsichtsrat und gegen Ex-Vorstand Thorsten Rudnik sowie dessen Lebensgefährtin erstattet. Die Arbeitnehmervertreter werfen den Betroffenen Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen vor.

Die Strafanzeige, über die manager magazin online exklusiv berichtet, wirft ein neues Licht auf die plötzliche Abberufung von BdV-Vorstandschef Axel Kleinlein und Rudnik am vergangenen Freitag. Dem Betriebsrat zufolge habe die Lebensgefährtin Rudniks gegen geltendes Satzungsrecht rund zwei Jahre lang ein Vorstandsgehalt bezogen, obwohl sie nach Ausscheiden aus dem Amt den Job einer Abteilungsleiterin bekleidete und keine Gegenleistung für die höhere Bezahlung erbrachte.

Weitere Informationen unter http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,890734,00.html

 

World Economic Forum: Global Gender Gap Report

Wie stark sind die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern mit Blick auf ökonomische, politische, bildungs- und gesundheitsbezogene Kriterien? Der Global Gender Gap Report des World Economic Forums hat dies nun analysiert.

Nach dem Global Gender Gap Index liegt Deutschland auf Rank 13 und hat sich seit 2006 enorm verschlechtert. Trotzdem befindet sich Deutschland immer noch über dem weltweiten Durchschnitt. Die vollständigen Studienergebnisse finden Sie unter http://www.weforum.org/issues/global-gender-gap

Viviane Reding: Die Quote der Vernunft

Mit einer flexiblen Verfahrensquote will die EU-Kommission den Frauenanteil in den Unternehmensspitzen signifikant steigern. Die weiblichen Talente sind da – sie müssen nur gefördert werden. In der „Welt“ stellt Viviane Reding, EU-Justizkommissarin und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Ihren Standpunkt zur aktuellen Debatte zur Frauenquote vor. 

Das Thema mobilisiert. Und es polarisiert. Dabei sind sich fast alle Befürworter und Gegner in einem entscheidenden Punkt längst einig: Wir brauchen mehr Frauen in den Spitzenpositionen der Wirtschaft. Reding warnt vor Quotenfrauen, die nur aufgrund ihres Geschlechtes, aber nicht wegen ihres Könnens an die Spitze gerufen werden. Der Prozess bedarf keiner aggressiven Regulierung , sondern vernünftige Resultate.

Der Vorschlag der EU-Kommission ebne einen Weg für eine deutliche Stärkung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Wirtschaft, der zugleich der nationalen Politik in den Mitgliedsstaaten wie den betroffenen Unternehmen erhebliche Spielräume bei der Umsetzung lässt.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter http://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article111869812/Die-Quote-der-Vernunft.html

 

Compliance: Variable Vergütung gibt Anreize für Fehlverhalten

Ver­gü­tung und Com­p­li­an­ce sind zwei As­pek­te, die Hand in Hand gehen soll­ten, zu­min­dest bei Un­ter­neh­men, die ihre ethi­schen Richt­li­ni­en nicht nur für die Ab­la­ge for­mu­liert haben. Doch selbst bei en­ga­gier­ten Un­ter­neh­men he­beln die mit der va­ria­blen Ver­gü­tung ge­setz­ten An­rei­ze oft­mals jeg­li­che Com­p­li­an­ce-Be­mü­hun­gen aus. Sonja Rie­de­mann, Fach­an­wäl­tin für Ar­beits­recht bei der Kanz­lei Os­bor­ne Clar­ke, ap­pel­liert in ihrem Gast­bei­trag für eine zeit­ge­mä­ße Ge­stal­tung der va­ria­blen Ver­gü­tung, die kon­se­quent auf die Un­ter­neh­mens­zie­le ab­ge­stimmt ist. Wenn Com­p­li­an­ce-Ver­pflich­tun­gen dazu zäh­len, müs­sen sie auch be­rück­sich­tigt wer­den, und zwar durch Boni oder Sank­tio­nen.

Ob die Immobilienbranche einen Wertekanon benötigt hat oder ob ein solcher tatsächlich etwas ändert: Inzwischen kommt kaum ein Player im Real-Estate-Umfeld ohne das Thema Compliance aus. Insbesondere in der Immobilienbranche kann individuelles Fehlverhalten von Mitarbeitern große Auswirkungen haben, steht doch hier eine kleine Anzahl Beteiligter einem hohen Volumen pro Geschäftsvorfall gegenüber.

Galt 2002 der dem Enron-Skandal folgende Sarbanes-Oxley-Act noch als Beginn des allgemeinen Corporate-Governance-Hype, wuchs später nach weiteren Korruptionsskandalen das Bewusstsein, dass das langfristige Interesse der Anleger und Eigentümer über den eher kurzfristigen Interessen der angestellten Managementetage steht. Mit der als „Immobilienkrise“ gebrandmarkten Finanzkrise 2009 erreichte dieser Trend seinen Zenit und inzwischen gehört die öffentliche und öffentlichkeitswirksame schriftliche Bestätigung, sich tatsächlich an Regeln und Gesetze halten zu wollen, zum Standard. [mehr…]

VON SONJA RIEDEMANN: Die Autorin ist Fachanwältin für Arbeitsrecht bei Osborne Clarke in Köln.