Über Bubbles und Blasen


Die Begriffe „Bubbles“ und „Blasen“ werden im Bereich Social Media gern verwendet und genutzt. Es wird gefragt:

Dieses ganze Gerede von Blasen und Bubbles, wann ist das durch?

Vielfach wird es schon als überstrapaziert bewertet. Und hier habe ich eine andere Meinung: Meines Erachtens ist vielfach die Funktionsweise des Stummschalten und vor allem des Blockens missverstanden. Vorab: Jeder kann und darf Social Media und Twitter so verwenden, wie er es für richtig erachtet. Es gibt keine „falsche“ und / oder „richtige Benutzung“. Trotzdem einige Anmerkungen, wie Bubbles und Blasen enstehen:

Beispiel auf Twitter, auf das ich mich im wesentlichen in diesem Artikel beziehe, habe ich selber 10 oder 12 Leute geblockt (und bei fast allen erinnere ich mich, warum) und habe vielleicht 20 oder 30 Personen stummgeschaltet, die Ihre Agenda gebetsmühlenartig posten.

Andere nutzen die Funktion des Blockens anders: Früher gab es sogar Blocklisten, die einzelne Personen veröffentlichten und So wurden diese von Social Media Mitnutzenden hochgeladen und diese blockten dieselben Personen. Unreflektiert. Einfach so. Jetzt werden Tools wie Megablock genutzt: Dieses erscheint praktisch: So werden, alle, die einer Meinung sind, automatisch geblockt. Dieses Tool ist extrem praktisch, wenn Du ein Buch veröffentlicht hast und eigentlich auf einem Social Media Kanal befindest, um dieses zu bewerben. Dann bist Du halt nicht gezwungen, zu diskutieren.

Allerdings: So entstehen Bubbles, weil „beide Seite“ einer Meinung diese Technik verwenden: Man umgibt sich ausschließlich mit den Leuten, mit denen man sich im Einklang befindet. Auf die Dauer ist alles schön harmonisch, weil ja alle herrlich einer Meinung synchron sind. Es handelt sich dann aber nur um den selbstgeschaffenen Raum, die persönliche Bubble halt.

Ein anderes Beispiel:

Warum erklärt mir die fucking Sparkasse, was LGBTQ+ bedeutet?

Pride SPKTatsächlich scheint der pride month eine konzertierte Aktion zu sein, wo viele Unternehmen mitmachen. Und auf den ersten Blick hat es ein „Geschmäckle“, wenn Unternehmen so wichtige Themen besetzen. Aber auf der anderen Seite: Wir sind in eine Blase der Social Media Nutzenden. Ein kühler Blick auf den Vergleich der Reichweite von Sascha Lobo vs. Apothekenumschau erklärt einiges: Zweitere hat ungefähr eine Reichweite, die dem zigfachen entspricht. Wenn also die Sparkasse sich dem Thema annimmt, wird das aus unserer Blase getragen und erhöht die gesellschaftliche Relevanz und Wahrnehmung dieser Themen. Wir sind auf Twitter halt recht allein, und eine Verbreitung außerhalb unserer Blase (auch Twitter in Summe stellt ja eine dar) ist bei Themen wie LGBTQ+ (aber auch Klima etc.) durchaus sinnvoll. Prinzipiell halte ich es für anmaßend, wenn man definieren möchte, wer über was mitdiskutiert.

Englisch version here.

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