Bundestag: Kontroverse um Frauenquote in Aufsichtsräten

Kurz vor der Bundestags-Abstimmung über eine Frauenquote in Aufsichtsräten am kommenden Donnerstag wackelt die schwarz-gelbe Mehrheit gegen den Oppositionsentwurf. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ wollen mehrere Abgeordnete der Koalition den Vorschlägen der SPD, Grünen und Linken für eine gesetzliche Vorgabe zustimmen.

„Ich werde mich dafür aussprechen. Wir brauchen das Signal, dass Frauen für Führungsaufgaben gesucht werden und zu finden sind“, sagte u.a. die FDP-Politikerin Sibylle Laurischk. Auch andere FDP-Frauen würden den Gesetzesentwurf unterstützen, wollen sich aber nicht öffentlich äußern. Die CDU-Abgeordnete Rita Pawalski habe ihre Unterstützung ebenso bekräftigt und von mehreren Gleichgesinnten berichtet. Die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär sagte: „Ich bin nach wie vor für die gesetzliche Quote.“ Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), ebenfalls eine Befürworterin, wolle erst kurz vor der namentlichen Abstimmung sagen, wie sie sich entschieden habe.

Der Entwurf aus Hamburg sieht eine feste Frauenquote in Aufsichtsräten vor. Er steht am kommenden Donnerstag im Bundestag auf der Tagesordnung. Im Bundesrat war er mit Unterstützung der CDU-geführten Länder Thüringen und Saarland beschlossen worden. Um das Gesetz im Bundestag zu verabschieden, müssten insgesamt 21 Abgeordnete aus dem schwarz-gelben Regierungslager mit der Opposition stimmen.

Weitere Informationen unter

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/44022678_kw16_sp_aufsichtsraete/index.html

Universität Hamburg: Discussionpaper zur gesetzlichen Frauenquote

Im Rahmen des Seminars „Ausgewählte aktuelle Fragen aus
Unternehmenssteuerung und Unternehmensüberwachung“ entstand an der WiSo-Fakultät der Universität Hamburg eine differenzierte und lesenswerte Auseinandersetzung zur gesetzlichen Frauenquote ..

Die Frage, ob Frauen gleichberechtigt am Wirtschafts- und Berufsleben teilnehmen sollten gehört heute eher in die Geschichtsbücher und erscheint aus der „gegenwärtigen Perspektive als eher kurios“. Im überwiegenden Teil der Wirtschaftsbranchen liegt der Anteil der Frauen an den Beschäftigten auch nicht mehr allzu weit vom Bevölkerungsdurchschnitt entfernt. Gleichwohl gibt es selbst gegenwärtig noch das beobachtbare Phänomen, das der Anteil der Frauen an den Beschäftigten mit zunehmender Höhe der Hierarchiestufe in den Unternehmen immer weiter abnimmt. Besonders signifikant ist die Männerdominanz in den Vorständen und Aufsichtsräten der Aktiengesellschaften. Daher verwundert es auch nicht sonderlich, dass gegenwärtig die Rufe aus Politik und Wirtschaft nach einer Quotierung des Frauenanteils von Aufsichtsräten bei deutschen, börsennotierten Unternehmen immer lauter werden.

Weiterführende Links:

 

 

Kritik der FDP: Zu viele Politiker in staatlichen Unternehmen

 

Hamburg. FDP-Fraktionschefin Katja Suding fordert, dass sich Politiker aus den Aufsichtsräten öffentlicher Unternehmen zurückziehen.

Laut einer Senatsantwort auf eine Anfrage von Suding haben Hamburger Senatoren und Staaträte insgesamt 74 von 339 Aufsichtsratsposten in staatlichen Unternehmen inne. Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) sei Mitglied in allein sieben Aufsichtsräten, unter anderem in der Thalia Theater GmbH, Elbphilharmonie und Laeiszhalle Service GmbH oder Hamburgische Staatsoper GmbH. Ihr Staatsrat Nikolas Hill sitze in sechs Aufsichtsräten.

„Senatoren und Staatsräte sollten in erster Linie ihrer Verantwortung als Leitung einer Behörde nachkommen. Aufgrund ihrer vielfältigen Verpflichtungen sind Mitglieder des Senats deshalb nicht in der Lage, sich intensiv in die Arbeit gleich einer Vielzahl von Aufsichtsräten einzuarbeiten“, sagt Suding. Das Beispiel des Berliner Flughafens habe gezeigt, dass es zu einem „finanziellen Desaster“ führen könne, wenn ein Aufsichtsrat vor allem mit Spitzenpolitikern besetzt sei. Suding beklagt, dass häufig unabhängige Experten in den Aufsichtsräten fehlten, welche dort durch ihre Kompetenz und persönliche Unabhängigkeit die Geschäftsführung überwachen könnten.

Laut Senatsantwort ist vorgeschrieben, dass Aufsichtsräte nur mit Personen besetzt werden, welche in der Lage sind, Aufsichtsratsaufgaben wahrzunehmen. Und Kulturbehördensprecher Enno Isermann erwidert: „Es ist originäre Aufgabe der Senatorin, die von der Stadt maßgeblich geförderten Institutionen – im Bereich der Kultur zum Beispiel die großen Bühnen – mit zu steuern und dort die Interessen der Stadt zu vertreten. Es wäre nicht im Interesse der Stadt, dies an Dritte zu delegieren.“

(sba)

 

Bundesrat will die gesetzliche Frauenquote

 

Der Bundesrat tritt für eine gesetzlich festgelegte feste Frauenquote für Spitzenjobs in großen Unternehmen ein. Zuvor hatte die Länderkammer das umstrittene Meldegesetz an den Vermittlungsausschuss verwiesen.

Berlin. Der Bundesrat fordert die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten. In der Länderkammer fand am Freitag ein Gesetzentwurf der SPD-geführten Länder Hamburg und Brandenburg eine Mehrheit. Er sieht eine feste Quote für Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft vor. Ab 2018 muss ihr Anteil demnach mindestens 20 Prozent betragen, ab 2023 dann mindestens 40 Prozent. Für Sonderfälle ist eine Härtefallklausel vorgesehen. Die Vorlage, die nun im Bundestag beraten werden soll, fand eine Mehrheit, weil auch die großen Koalitionen unter Führung der CDU im Saarland und Sachsen-Anhalt dafür votierten. [mehr …]

Quelle: Handelsblatt

 

DAX-Konzerne: Aufsichtsrat gesucht!

 

Bei den größten deutschen Konzernen werden im kommenden Jahr über 70 Aufsichtsratsmitglieder neu gewählt. Wer die besten Chancen auf eine weitere Amtszeit in den Dax-Unternehmen hat – und wer wohl bald gehen muss erfahren Sie auf den Seiten des Handelsblatt unter http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/dax-konzerne-aufsichtsrat-gesucht/7078902.html

 

Jürgen Weber soll neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Hapag-Lloyd werden

Der 70 Jahre alte Weber soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Reederei Hapag-Lloyd werden. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Hapag-Lloyd-Vorstandschef Michael Behrendt stellten ihren Favoriten für den Posten am Mittag im Rathaus vor.

Der ehemalige Lufthansa-Chef Weber war schon zwischen 1967 und 1974 sowie Ende der Siebziger Jahre für die Lufthansa in Hamburg tätig, bevor er in der Zentrale der Fluglinie in Frankfurt Karriere machte. Von 1991 bis 2003 war er Vorsitzender des Vorstands, bevor er in den Aufsichtsrat wechselte, dessen Vorsitz er bis heute hat. Weiterlesen