Empathie Paradoxon: Vorstand und Aufsichtsrat müssen Werte vorleben

Das Empathie Paradoxon

Aus der amerikanischen Literatur findet man verstärkt die Auseinandersetzung mit Führungsstilen. Bekannt sind Grafiken, die die eigentliche, menschlichen Werte in den Vordergrund stellen:

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Der Theorie steht die Realität entgegen: Vorstände, die trotz Riesenskandal auf Boni bestehen, ein Aufsichtsrat, der Haftungsfragen ignoriert und die Boni absegnet. Schnell kommt dann das Gefühl von einer Hand wäscht die andere und „die da oben“ auf.

Werte in der Führung

Wenn man auf eine moderne, emphatische Führungskultur hofft, dann muss diese „von oben“ gelebt werden. Gerade Aufsichtsrat und Vorstand müssen das vorleben.

Hier kommen wir zum Paradoxon: Auf der einen Seite lässt sich schnell schreiben, dass Führungskräfte menschlich handeln, Fehler verzeihen können und allgemein vom Helfersyndrom durchzogen zu sein. Im Bewusstsein muss aber sein, dass genau solche Führungskräfte nicht gefördert worden sind. Gerade die „Chaka“ Führungskräfte, die „Ergebnisse“ forderten und keine Probleme hören wollten wurden vorangebracht.

Die Personen, die heute im Vorstand und Aufsichtsrat sitzen, sind durch eine harte Schule gegangen und haben Ergebnisse geliefert, konstant über Jahre. Genau von diesen Leuten nun Einfühlsamkeit zu verlangen, ist mindestens weltfremd.

Ich sehe den Ansatz trotzdem positiv: In Zeiten schwindendener Mitarbeiterloyalität und des Fach- und Führungskräftemangels müssen neue Ansätze her. Empathie allein ist nicht spontan erlernbar, aber Zuhören ist ein schon mal ein guter Ansatz.