Stephan Koß

Fehler sind doof!

Intro

Aktuell hatte ich mich mit Newwork und dem Rückbau des Sicherheitsnetzes befasst. Dabei viel mir bei LinkedIn ein Kommentar positiv auf, der das Thema mit der Fehlerkultur in Deutschland (aber auch anderen westlichen Kulturen) in den Zusammenhang stellte.

Keiner feiert Fehler!

Zuerst einmal ein kleiner Dämpfer vorab: Gern wird auf Silicon Valley und / oder Palo Alto gezeigt und suggeriert, dass Fehler ausschließlich dem Lernziel gelten. Gerade in den USA ist das nicht wirklich so. Fehler sind erst mal zu vermeiden und doof, egal ob USA, China, Deutschland oder sonstwo. Ich kenne keine Kultur und kein Land, wo Fehlentscheidungen gefeiert werden. Entscheidend ist der Umgang vorher und nachher!

Zum Umgang mit Fehlern

Fehler passieren. Ich hatte mal den Satz gehört, dass eine gute Führungskraft zum Beispiel sich dadurch auszeichnet, dass der Grad der Fehlentscheidungen unter 50% liegt. Der Satz mag etwas sarkastisch klingen, in der Tendenz finde ich ihn aber angebracht.

Hört auf, Rechtfertigungen zu konstruieren… prophylaktisch

Es ist in Mode gekommen, dass Entscheidungen des Konsens wegen getroffen werden, aber zeitgleich Backups installiert werden, warum man wie entschieden hat. Eine Begründung für eine Entscheidung sollte jeder immer parat haben. Das bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, eine Entscheidung zu treffen und im Nachgang Material für die Rechtfertigung zu suchen.

Den Schuldigen suchen….

Wenn nun ein Fehler passiert, sollte die Energie der Schadensbegrenzung im ersten Schritt und der Korrektur des Fehlers im zweiten Schritt gelten. Den Schuldigen zu suchen, macht Sinn: Wenn ähnlich geartete Fehler häufiger passieren, die auf einen Prozess oder (man mag es nicht laut sagen) eine Person hindeuten. Hier macht analysieren Sinn, aber bitte erst, wenn die Fehlersituation bereinigt wurde. Viele Fehler kann man auf „Einzelschicksal“ reduzieren, und da ist nicht zwingend notwendig, alles im Detail zu wissen.

Dumme Fehler passieren… geht damit um!

Fehler passieren, auch Dumme, die nicht sein brauchten. Ein Langzeitbeobachtung macht da Sinn. Wichtig ist, dass Führungskräfte auch dazu stehen und ihre Mitarbeiter mit einbeziehen. ich beobachte, oft bei Führungskräften der jüngeren Generation, dass in Meetings „Blaming“ eingesetzt wird, also der Mitarbeiter erst mal in großer Runde angezählt wird.

Das ist kein Umgang und hilft nicht weiter, Vertrauen aufzubauen.

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